Depression

Depression: Frische Luft ist manchmal schlecht

Die letzten Ereignisse, der Tod von anderen Tieren und die Angst um mein eines Frettchen haben mich ziemlich mitgenommen. So, dass ich abrutschte. Nicht direkt in eine schwere Depression, doch in eine depressive Verstimmung. Mir fehlt der Antrieb am Morgen, der Schlaf in der Nacht und ich schwanke zwischen meiner Gefühlsverstopfung und Weinanfällen.

Kaum dass dies wenige Menschen in meinem Umfeld mitbekamen, hagelte es schon wieder an tollen Ratschlägen: Geh doch mal raus … triff Dich mit Freunden … Du brauchst frische Luft und Vitamin D … – und mir? Mir wurde schlagartig schlecht!

Wenn man einen Menschen mit Depression kennt, dann kennt man auch nur einen. Und ähneln sich auch die Symptome untereinander, so kann man Hilfe nicht pauschalisieren.

Ich kenne durch meine Selbsthilfegruppen einige, die darauf schwören, wie sehr ihnen Sport hilft oder ein Spaziergang an der frischen Luft. Das ist toll und beeindruckend – ehrlich!

Doch nicht alles, was dem einen hilft und gut tut, muss auch mir gut tun. Im Gegenteil, es kann durchaus meine eigene Depression verschlimmern.

Würde ich jetzt rausgehen, im Park spazierengehen oder sogar joggen, wäre dies ein Verbiegen meiner Selbst. Ich gehe, besonders in depressiven Phasen nicht gerne raus. Joggen und anderen Sport mag ich noch nicht mal, wenn es mir total gut geht.

Und so ist mir in depressiven Phasen überhaupt nicht danach, den Vögeln beim Zwitschern zuzuhören , mit der besten Freundin bummeln zu gehen oder mit dem besten Kumpel nen Bier zu trinken. Ich möchte alleine für mich und meine Gedanken sein.

Jeder Depressive, Ängstler oder andersweitig Betroffener von psychischen Leiden muss und wird im Laufe seiner Erkrankung für sich selbst Strategien entwickeln, die ihm gut tun.

Für den einen ist es Sport und frische Luft – für mich ist es das Einigeln zu Hause.

Oft starre ich dabei die Wand an oder aus dem Fenster – auch mir ist manchmal nach Abwechslung – doch auf diese Weise kümmere ich mich um mich. Wenn auch etwas passiv.

Ich bin für mich, muss mit niemandem reden oder anderen zuhören. Ich kann ich sein – in Schlumpi-Hose, lose zusammen gebundenen Haaren und ungeschminkt.

Ungeschminkt – daheim brauche ich mir keine Maske ins Gesicht zu malen, die anderen eher gefallen würde. Ich brauche kein Interesse vorzutäuschen, welches sich derzeit im Keller versteckt hat. Ich brauche nicht zu Aussagen lächeln, die ich derzeit nicht lustig finde. Ich kann frei weinen, fluchen und schweigen.

Vor allem schweigen und in der Stille verharren. Ein bisschen Ich sein in der Zeit, wo ich nicht weiß, wo mein Ich ist!

Ich brauche die innere Einsamkeit für mich, um mein Ich wiederzufinden

Und so ist es völlig legitim und in Ordnung, wenn ich mal eine Woche nicht die Wohnung verlasse – solange es in Maßen ist. Ich rede hier nicht von 5 Wochen. Das habe ich bereits hinter mir, jedoch infolge von Panikattacken, und das Verkriechen war damals nicht sehr effektiv für mich. Zumal das Einigeln in der Wohnung damals ein Vermeidungsverhalten war und nicht ein Akt der Selbstfürsorge.

Und das ist der springende Punkt – verkrieche ich mich in der Wohnung, weil es mir gut tut eine Auszeit von der Welt zu nehmen oder ziehe ich mich zurück, um vor mir selbst wegzulaufen?

In der Tagesklinik lernte ich das Prinzip vom entgegengesetzten Handeln kennen. Allerdings auch das Prinzip der Selbstfürsorge. Für mich ist es noch eine Gratwanderung, ich weiß manchmal nicht wo die Grenze ist und somit ist vieles noch ein Ausprobieren, auch wenn ich schon seit vielen Jahren von Angst und Depression betroffen bin.

Mir ist es auch eine große Stütze, dass mein Partner mich ab und zu ermutigt, mit ihm auf eine Feier oder ähnliches zu gehen, obwohl mir gar nicht danach ist. Er versucht, mich aus meiner Bequemlichkeit und Angst herauszuholen, ermutigt mich, entgegengesetzt zu meinem Handlungsimpuls zu handeln – alleine zu Hause zu bleiben zum Beispiel.

Jedoch hat er auch erkannt und vor allem akzeptiert er, wenn ich der Überzeugung bin, dass es mir wirklich besser geht, wenn ich mich zurückziehe.

Therapie ist die Reflektion des eigenen Ichs, des eigenen Handelns – so auch das bessere Kennenlernen des eigenen Ichs

Ich habe viele Strategien erkannt, die für mich schädlich sind, doch auch viele, die mir helfen. So ist mir auch bewusst geworden, dass mir persönlich das Einigeln auch mal gut tut. Also mache ich es.

Umso mehr regt es mich dann auf, wenn das Außenstehende nicht akzeptieren können und mir frische Luft anpreisen wollen. Dieser unbedachte Ratschlag ist sicher gut gemeint, doch bedeutet dies nicht, dass er auch gut ist.

Das selbst ein Spaziergang im Park allein für mich stressig ist, und mir eher schaden als gut tun würde, wird dabei nicht bedacht. Wie kann schon ein Spaziergang und frische Luft schaden? Ganz einfach: Es ist nicht das, wonach mir ist, was ich möchte oder was ich brauche!

Doch das, was jemand in einer Krise braucht ist nunmal individuell! Es gilt auch zu beachten, warum jemand in einer Krise ist – besteht die Depression aus einem rein organischen Grund oder weil man Trauer oder andere traumatische Erlebnisse verarbeiten muss? Daraus resultiert oft, ob frische Luft und Sonnenlicht nun effektiv sind oder ob das Zurückziehen einem weiterhilft.

Da ich den Raum für meine Gefühle, für meine Gedanken brauche, ist für mich das Zurückziehen ab und zu der richtige Weg. „Einfach“ mal nichts tun, für mich selbst da sein und mich in meiner Höhle verkriechen.

Damit stoße ich bei denjenigen, die mit Depressionen keine eigene Erfahrungen haben und mich in meiner Krankheit nicht bzw. kaum akzeptieren können natürlich auf Unverständnis. Immerhin liest man ja nahezu überall, wie gut frische Luft tut, als sei es das Allheilmittel bei Depressionen.

Doch diejenigen, die sich nicht in mich und meine Gefühlswelt hineinversetzen können, es noch nicht mal akzeptieren wollen – diejenigen haben für mich nicht die nötige Kompetenz, mir einen Tipp zu geben, was ich doch machen und lassen soll!

Ich weiß, dass diese Ratschläge oft ein Akt der Hilflosigkeit sind – sie wollen ja nur, dass es mir besser geht. Dabei handeln manche jedoch oft nicht in meinem Interesse und sehen somit nicht, dass auch eher unkonventionelle Methoden mir helfen und gut tun können. Und so bleibt ein Ratschlag das, woraus er besteht – einem Schlag!

Sei mutig und probiere Dich aus

Mein Psychiater meinte vor etwa einem Jahr mal zu mir, als ich in einer Krise war und weder ein noch aus wusste, dass ich für 4 Wochen im Bett bleiben kann, wenn mir danach ist. Ich solle mich ausprobieren und somit herausfinden, was mir gut tut. Damals dachte ich, er nimmt mich auf den Arm!

Doch es änderte sich was in mir und ich fand einen Weg aus meiner damaligen Depression, wenn auch anders als gedacht. Mehr dazu liest Du in dem Beitrag „Wie ich meiner letzten Depression entkam„.

Er empfahl mir auch, auf die Stimme meines inneren Kindes zu hören – Was möchte es? Was fühlt es? Was denkt es?

Der Ansatz mit dem inneren Kind ist für mich noch schwer, einen wirklichen Zugang zu ihm habe ich noch nicht gefunden. Doch es geht darum zu spüren, was man möchte – Nachts um 2 Uhr noch ein Eis essen, mitten am Tag ein Schaumbad nehmen, Pippi Langstrumpf gucken, Märchen lesen oder aus dem Fenster starren und die Wolken beobachten. – Das alles kann gut tun!

Man braucht „nur“ den Mut, auf sich zu hören und danach zu handeln, egal wie verständnislos die anderen einen daraufhin anstarren!

Und nun zu Dir – was hilft Dir in einer Depression? Tut Dir frische Luft und Sport gut, oder ist es für Dich hilfreich, wenn Du Dich von allem abschottest? Oder ist es etwas ganz anderes? Ich freue mich auf Deine Meinung!

Bildquelle: pixabay.com

Kommentare (19) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich hatte erst gestern wieder eine für mich sehr belastende Diskussion mit einer Bekannten. Es ging darum, dass sie täglich raus geht, sei es zum stundenlangen Spazieren, Rad fahren oder Ähnliches und ihr das unglaublich gut tun würde. Das ist soweit ja auch in Ordnung und schön wenn es ihr, bei ihren Depressionen gut tut.
    Direkt im Anschluss kam aber wieder die Aussage an mich gerichtet „Du musst auch mehr raus. Geh spazieren, geh in den Wald.“ Sie weiß, dass ich aufgrund meiner Erlebnisse (permanent Prügel in der Kindheit, später Vergewaltigung) einfach Angst habe. Ich kann spazieren gehen aber eben nur in Begleitung, Alleine kann ich das nicht oder maximal in einer belebten Fußgängerzone, sprich ich brauche viele Menschen um mich herum. In der Dämmerung, bei Nacht oder alleine auf der Straße fühle ich mich absolut unwohl, bekomme dann irgendwann Panik, dann Panikattacken, Herzrasen und es endet im wahrsten Sinne des Wortes mit einer nassen Hose, Heulkrampf und ich bin für Stunden fertig mit der Welt. Es geht einfach nicht mehr.
    Im Alltag schränkt mich das insoweit ein, dass ich eben nur mit dem Auto zu Terminen fahre und auch eine Arbeitsstelle suche, bei der ich direkt in der Nähe parken kann und nicht mit Bus oder Bahn fahren muss. Wenn ich unbedingt raus will findet sich sonst meist jemand der mit spazieren geht aber ich habe nicht das Bedürfnis danach.

    Nichts desto Trotz, sie beharrt immer auf ihrer Meinung. Bohrt regelrecht an mir herum, dass das krankhaft ist und ich extra dafür nochmal in Therapie müsse, das müsse man behandeln, das gehe so nicht. Die Argumentation, dass jeder Mensch anders ist, jeder Depressive anders ist, jedem etwas Anderes gut tut und es für mich in Sachen Beschränkungen nicht an oberster Stelle steht prallt ab. Ihre Meinung ist Fakt und aus.

    Direkt im Anschluss ging es noch damit weiter, dass ich mich viel zu schnell aufrege bei zu lauter Umgebung, sprich wenn Nachbar 1 die Kreissäge über Stunden laufen hat, bei Nachbar 2 die ganze Zeit über der Hund bellt, Nachbar 3 trampelt und Möbel verschiebt und dann noch einer Türen knallend durchs Haus läuft. Leider ist das hier Alltag und ja wir schauen nach einer Alternativwohnung aber das ist eben auch nicht so einfach. Nur wenn man von kleinster Kindheit an geprägt wurde bei lauten Schritten und Türen knallen Prügel zu erwarten, dafür sogar Türen eingetreten werden, etc. dann kriegt man dieses Trauma auch nicht so einfach aus dem Körper raus. Ich habe in der Therapie daran gearbeitet, ich habe auch keine Panikattacke mehr wenn Türen knallen oder einer trampelt aber ich habe einen unglaublich leichten Schlaf, schrecke schnell hoch, habe dann für Stunden Herzrasen und auch tagsüber bekomme ich bei einem Zuviel an Lärm dieses Herzrasen, dazu rasende Kopfschmerzen und ich kann damit dann irgendwann einfach nicht mehr umgehen, steige ins Auto und fahre auf einen Supermarktparkplatz um dort im Auto zur Ruhe zu kommen und zu meditieren bevor ich zurückkehre.
    Auch hier wieder. Meditieren bringt absolut nix, das hilft nicht, raus aus der Situation auch nicht. Du darfst dich nicht so aufregen, lass das einfach. Die Nachbarn können da ja nix für, … – Fakt ist aber, dass egal wer bei uns zu Besuch ist selbst nach gewisser Zeit am Ausrasten ist und auch schon auf die Nachbarn zugegangen ist weil es manchmal eben wirklich extrem ist.

    Wie dem auch sei. Ich konnte mich der Situation nicht entziehen weil es die Geburtstagsfeier einer lieben Freundin war bei der dann dieses Gespräch aufkam, sie versuchte das Gespräch auf ein anderes Thema zu bringen, ich auch aber permanent dieses Angehen.

    Was mich an der Sache entsetzt ist einfach. Da ist eine Frau, die selbst Depressionen hat, gut vom Trauma her „nur“ etwa 1-2 Jahre Mobbing erlebt hat,, in der Form in der ich das Mobbing über 4 Jahre hatte und ansonsten keine Traumata aufweist, während ich eben wirklich seit früher Kindheit mit Traumata durch die Gegend laufe. Sprechverbot, permanenter Hausarrest, Spielverbote, Prügel, Schuld an Allem und dafür zusätzlich bestraft, … und jeder hat zugeschaut oder mitgemacht außer meiner Oma. Als Kind kann man sich nicht wehren wie man es gerne möchte und irgendwann ist man eben gebrochen und quasi kaputt. Wenn man sich daraus mühevoll herausgearbeitet hat, nach Feierabend des ersten Jobs vergewaltigt wird und beim zweiten Job über Jahre nur gemobbt wird, dann ist das nicht mit 1 1/2 Jahren Therapie erledigt. Da werden immer Wunden bleiben und man wird lebenslänglich kämpfen.

    Man hat dann eben seine Eigenarten die Andere vielleicht nicht verstehen aber das müssen sie auch nicht. Für mich ist es aber unverständlich wie man auf der einen Seite Verständnis für sich selbst fordern kann und auf der anderen Seite direkt so ohne Verständnis auf andere zugeht und keinerlei Meinungen außer der Eigenen zulässt. Sie weiß alles besser weil ihr tut es ja gut und der Therapeut sagt auch es tue ihr gut also tut es der ganzen Menschheit gut.

    Mich selbst hat das Gespräch noch über Stunden beschäftigt und mich schlecht schlafen lassen und auch jetzt beschäftigt es mich noch, sonst würde ich hier ja nicht so einen langen Beitrag dazu schreiben.

    Habt ihr einen Vorschlag wie ich in solchen Situationen am Besten handel, also wenn ich mich aus der Situation nicht zurückziehen kann und das Gegenüber auf einen Themenwechsel absolut nicht reagiert und weiter feuert? Sie ist nicht bei jedem Treffen mit meiner Freundin dabei aber doch sehr oft, da sie eben gerne aus ihrer Wohnung in die Natur oder in Gesellschaft flüchtet und dazu jede Gelegenheit nutzt.

    Danke euch!

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    • Ich kann Dir nur sagen, wie ich solche Situationen bewältige, vielleicht ist das eine Anregung für Dich, vielleicht auch nicht. Du selbst kennst Dich ja besser…

      Wenn mir jemand ein Ohr abkaut und mir Zeug erzählt, das ich nicht hören möchte, ziehe ich mich innerlich zurück, bleibe außen freundlich, bin aber nicht mehr wirklich da. Ist natürlich ein Verhalten, das ich damals bei der Traumatisierung gelernt habe, aber heute in solchen Situationen sehr hilfreich finde (ich kann diese Zustände inzwischen steuern und gehe auch nicht so weit weg wie früher, deswegen geht das auch).
      Die Leute merken das normalerweise recht schnell und lassen mich dann auch in Ruhe, weil sie merken, dass es bei mir gerade nichts zu holen gibt.

      Das klappt bei fast allen – außer meinem Bruder. Aber Familie ist ja eh noch eine ganz andere Geschichte….

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  2. Ich kann das völlig nachvollziehen.

    Ich leide auch seit einigen Jahren an Depressionen. Teils der Arbeit und zum anderen familiären Problemen geschuldet. War auch einige Zeit in der Tagesklinik. Ich finde es auch total reaktionär und fehl am Platz, was mir Familienmitglieder oder bekannte manchmal so raten. Nur ich selbst weiß, was mir in Krisenzeiten gut tut und kein anderer. Zum Glück, kommt mir meine Partnerin in solchen Situationen immer sehr entgegen. Das liegt wohl auch daran, dass sie selbst auch mit ihrer Angststörung zu kämpfen hat. Wir haben beide mit der Zeit gelernt, was der andere braucht oder ihm gut tut. Wir haben das perfekte Maß aus Zurückhaltung und Motivation gefunden. Nur bei ihr kann ich sein wie ich gerade bin, so wie sie auch bei mir.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marco

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  3. Angst hatte ich immer schon aber seid ich ein Herzschrittmacher bekommen habe leide ich auch an Depression und Angstzustände und wenn die Angst immer kommt geht mein Blutdruck und mein Puls immer hoch .. BU

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    • Hallo Hildegard,

      konntest Du dem irgendwie etwas Abhilfe schaffen durch (medikamentöse) Therapie?

      Liebe Grüße,
      Nora

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    • Liebe Hildegard,

      ein Herzschrittmacher ist eine ernste Sache und so kann ich mir vorstellen, dass Deine Angstzustände zugenommen haben. Ich wünsche Dir viel Kraft und dass es Dir bald besser geht.

      Liebe Grüße,
      Nora

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  4. Mir hilft beides. Frische Luft, ab und an muss ich mit dem Rad um den See vor unserer Tür jagen, bis ich völlig k.o. bin und Angst habe, keine Kraft mehr für den Heimweg zu haben. Aber am Ende geht’s mir besser – kurzzeitig. Manchmal liege ich stundenlang in der Sonne. Dann lausche ich den Geräuschen um mich herum, oder ich habe die Ohrstöpsel vom MP3 Player im Ohr. Der ist meine beste Medizin.
    Es gibt aber auch Zeiten, da komme ich von der Couch nicht hoch und könnte nur schlafen.
    Mein Problem: mein Mann glaubt, ich spinne. Unser Kind ist diagnostiziert mit einer Stoffwechselstörung im Gehirn, wurde lange Zeit auf ADHS behandelt. Aber man war sich nie sicher, dass es das ist. Die neue Therapeutin verneint ein ADHS bei ihm. Was genaues macht sie aber auch nicht, außer dass sie ein anderes Medikament für ihn verschrieb. Einen guten Therapeuten für sich und das Kind zu finden ist wie ein Lottogewinn. Ach ja, mein Mann meint auch, mein Kind spinnt und mag nicht „normal“ sein.

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    • Liebe Trixi,

      es tut weh zu lesen, was Dein Mann von Dir und Deinem Kind denkt 🙁

      Es gibt derzeit ein paar Studien, die belegen, dass bei Depressionen eine Gehirnstoffwechselstörung vorliegt – es ist quasi ein organischer Nachweis und hat nichts mit einer Spinnerei zu tun!

      Ich hoffe, dass Du und Dein Kind bald einen Lottogewinn in Sachen richtiger Therapeutin habt! Es ist wirklich schwer, solch eine zu finden, doch es gibt sie – gib die Hoffnung nicht auf! Ich weiß nicht, woher Du kommst – wir haben in Berlin Institutsambulanzen (die gibts in jeder größeren Stadt), wo Psychotherapeuten in Ausbildung sind, dennoch Therapie-Plätze anbieten. Ich bin in solch einer angebunden und absolut zufrieden. Vielleicht hast auch Du dieses Glück – ich wünsch es Dir und Deinem Kind!

      Und das wegen der frischen Luft – natürlich! Jedem hilft etwas anderes – wichtig ist, dass man für sich herausfindet, was einem gut tut!

      Liebe Grüße,
      Nora

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  5. Liebe Frau Fieling,
    ich bin schwer begeistert von Ihrem Blog. In meiner ergotherapeutischen Praxis behandeln wir schwerpunktmäßig Menschen mit Depressionen und Angsterkrankungen in Geaprächstherapie. Mit Ihrem Einverständnis möchte ich Ihren Blog gerne meinen Klienten empfehlen. Ich bin überzeugt, dass sich viele absolut in Ihren Texten wiederfinden werden und es gut tun wird, zu lesen, dass sie nicht alleine sind.
    Herzliche Grüße aus Lüneburg, Nadine Ettehad

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    • Liebe Frau Ettehad,

      ich freue mich so sehr über Ihren Kommentar, dass ich etwas sprachlos bin …

      Sie können sich vielleicht vorstellen, wie man als Depressiver (…) so oft denkt, man kann nichts, ist wertlos und alles was man macht, hätte keinen Sinn … in den letzten 10 Monaten (seitdem gibt es meinen Blog erst), habe ich nicht nur für mich gemerkt, dass mir das Schreiben tut gut, sondern dass sich andere darin wiederfinden – und dass ist etwas, was mir ebenso geht. Im Austausch mit anderen (über Kommentare oder privater Nachricht), die mich in meinem Gefühl verstehen/nachvollziehen können, bin ich nicht mehr alleine mit mir bzw. meinen Gefühl. Ich komme mir etwas weniger „anders“ vor – und das ist ein wichtiges Gefühl für mich im Verständnis und Annehmen meiner Krankheit.

      Gerne dürfen Sie meinen Blog Ihren Klienten weiterempfehlen – ich bin Ihnen dafür sehr dankbar. Und wenn es Ihren Klienten hilft, meine Texte zu lesen, dann hat mein Schreiben noch ein wenig mehr Sinn.

      Ihre Zeilen bestärken mich in meinem Tun und geben mir Kraft – ich glaube immer mehr daran, dass es richtig ist, was ich hier mache – daher nochmals vielen Dank!

      Ihnen alles Gute und liebe Grüße aus Berlin,

      Nora Fieling

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  6. Hallo Nora ich kann dir da nicht so ganz zustimmen ich leide jetzt seit 11 Monaten an einer Deppresion und ich gehe sehr gerne raus weil da noch leben ist sitze ich zuhause grübel ich viel zu viel und ich beobachte gerne damit meine neugier nicht verloren geht ich tue alles um nicht in den kreis des grübelns zu geraten meine Therapeutin sagte auch gehen sie raus igeln sie sich nicht ein ich finde die deppris sind zuhause am schlimmsten wenn ich mit dem auto unterwegs bin dann endecke ich manche sachen die ich verloren habe und es ist ja alles noch da nur gut begraben unter einem haufen müll ich finde es aber gut für dich und du hast recht jeder findet seinen eigenen weg mit der krankeit umzugehen nur das darf nicht mein weg werden verliere ich die neugier hat diese krankheit gewonnen und das möchte ich nicht Liebe Grüße Klaus.

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    • Hallo Klaus,

      danke für Deine offenen Worte. Natürlich kann mir nicht jeder zustimmen – dass soll ja auch keiner 😉 Es geht mir darum, einfach meine Sichtweise zu beschreiben – und für andere passt die auch oder halt nicht. Es ist, wie Du sagst, so, dass jeder da seinen eigenen Weg finden „muss“. Nicht jedem Depressiven hilft dieses eine Medikament und so tut halt auch nicht jedem Depressiven ein Spaziergang immer gut.

      Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du weiterhin neugierig bleibst 😉

      Liebe Grüße, Nora

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  7. Ich bin seid einem Jahr wegen Depressionen krank geschrieben, meine Psychotherapie läuft nun aus und meine Psychologin sagte mir: Das einer Therapie verlängerung von 20h wohl nicht zugestimmt werden würde da es mir zu schlecht geht und ich mich doch nun bitte selbst einweisen solle. Hilfe brauche ich, ganz klar für mich. Aber eine Stationäre aufnahme bei meinen Schlafproblemen und ängsten mit anderen auf einem Zimmer schlafen zu müssen, nicht mehr zu Hause zusein wo ich mich sicher fühle, nielmals! Sagt mir mein Kopf. Meine Familie, Freunde, Patner alle reden auf mich ein. Las dich doch einweisen, stell dich nicht so an, du schaffst das schon….. Alle bieten mir Hilfe an und sagen Sie würden mich in meiner Entscheidung unterstützen, den Wunsch nach einer Tagesklinik über hören Sie jedoch alle…

    Mir tat es grade gut deinen Beitrag gelesen zu haben,
    Danke dafür 🙂

    Antworten

  8. Ich bin seid einem Jahr wegen Depressionen krank geschrieben, meine Psychotherapie läuft nun aus und meine Psychologin sagte mir: Das einer Therapie verlängerung von 20h wohl nicht zugestimmt werden würde da es mir zu schlecht geht und ich mich doch nun bitte selbst einweisen solle. Hilfe brauche ich, ganz klar für mich. Aber eine Stationäre aufnahme bei meinen Schlafproblemen und ängsten mit anderen auf einem Zimmer schlafen zu müssen, nicht mehr zu Hause zusein wo ich mich sicher fühle, nielmals! Sagt mir mein Kopf. Meine Familie, Freunde, Patner alle reden auf mich ein. Las dich doch einweisen, stell dich nicht so an, du schaffst das schon….. Alle bieten mir Hilfe an und sagen Sie würden mich in meiner Entscheidung unterstützen, den Wunsch nach einer Tagesklinik über hören Sie jedoch alle…

    Mir tat es grade gut deinen Beitrag gelesen zu haben, Danke 🙂

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    • Hallo DenBa,

      vielen Dank für Deine offenen Worte!

      Ja, es ist unglaublich schwer, wenn man seinen eigenen Wunsch hat und dann Therapeuten als auch Freunde/Familie einem etwas anderes einreden wollen 🙁

      Was sagt Dein Psychiater dazu? Wenn Du davon überzeugt bist, dass Dir eine Tagesklinik gut tun würde (mir hat es sehr geholfen!), dann ruf die an, geh zum Info-Nachmittag und berede mit den Leuten dort erstmal, was Dein Anliegen und Deine Ziele für die Zeit in der Tagesklinik wären. Dann können Dich die Mitarbeiter dort dazu beraten und Dich in Deinem Anliegen unterstützen. Du brauchst dann nur noch den Psychiater für die Überweisung.

      Die Angst vor einem stationären Aufenthalt und dem, wenn auch temporären, Verlust des Zuhauses als sicherer Ort kann ich absolut nachvollziehen! Was das schlafen mit anderen auf einem Zimmer angeht weiß ich von einer Freundin, dass sie auch erstmal ein Einzelzimmer in einer Psychiatrie bekommen hat – eben wg. dieser Probleme.

      Für mich ist zudem nicht nachvollziehbar, dass Deine Therapeutin da so knallhart ist! Therapie bedeutet auch, über sich und seinen Weg selbst entscheiden zu lernen und wenn Du klare Vorstellungen hast und wie Du schreibst, auch nachvollziehbare Gründe, dann wäre es begrüßenswert, wenn Dich Deine Therapeutin darin unterstützt. Auch wenn sie meint, dem Antrag würde wohl nicht zugestimmt werden, könnte sie ihn ja erstmal stellen – und dann kann man immer noch sehen.

      Ich wünsche Dir viel Kraft für Deine nächsten Schritte! Würde mich freuen zu lesen, wie es bei Dir weitergeht – vllt. magst ja nochmal schreiben?

      Liebe Grüße,

      Nora

      Antworten

  9. Ich habe gerade so eine Woche hinter mir. Zu Hause sich der Verzweiflung stellen uns dann doch mit dem Hund an die Luft. Allein nach draussen ist für mich Stress, da bekomme ich wirklich Panikattacken mit Herzklopfen, weiche Beine und Schwindel. Deswegen ist es gut wenn man sich zu Hause auch mal einigen kann und vor der Welt Ruhe hat. Leider verstehen das wirklich nicht alle.

    Antworten

    • Liebe Ilona,

      ich kann Deine Zeilen so gut nachvollziehen! Mittlerweile versuche ich, auch wenn viele das nicht nachvollziehen könnnen, für mich selbst so zu akzeptieren und dann das zu tun, was mir gut tut – egal was die anderen denken. Es ist oft noch sehr schwer! Doch es ist gut, dass Du für Dich schon mal festgestellt hast, dass Dir dieses oder jenes gut tut – immerhin geht es um Dich!

      Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft für Deinen Weg!

      Liebe Grüße, Nora

      Antworten

  10. Wunderbarer Artikel! Kann ich voll nachfühlen, mir geht es auch so.
    Zuhause und unter einer Decke ist in Krisen der einzige halbwegs sichere Ort für mich. Da kann ich am ehesten entspannen, zur Ruhe kommen.
    Aber manchmal tut auch rausgehen gut, wie Du schreibst, es geht darum sich immer besser kennenzulernen und immer besser spüren zu können, was gerade dran ist – und das dann einfach zu tun.
    Ich habe immer mehr Kontakt zu meinem inneren Kind, und das hilft mir enorm. Aber manchmal habe ich da auch nicht so den Zugang. Es braucht Geduld. Den Ansatz weiter zu verfolgen lohnt sich aus meiner Sicht auf jeden Fall! 🙂
    Schön zu hören, dass es auch solche Psychiater gibt! Die sollte es viel mehr geben!
    Ganz herzliche Grüße
    Anna

    Antworten

    • Vielen Dank für Deine Zeilen, Anna!

      Geduld … ja – nicht gerade mein Steckenpferd, aber ich glaube auch daran, dass der Ansatz sich lohnt!

      Ich wünsche Dir auch weiterhin viel Erfolg und alles Gute,

      liebe Grüße,

      Nora

      Antworten

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