Imaginationsübungen

Imaginationsübungen – ein kleiner Einblick

Imaginationsübungen dienen der Entspannung und dem Stressabbau. Man muss hierbei nicht an einen Gott oder irgendeine Macht glauben – man lässt seine positive Phantasie spielen und kann sich dadurch einen Weg von Ruhe und Entspannung ermöglichen.

Was sind Imaginationsübungen?

Imaginationsübungen bzw. Imaginationsverfahren sind nichts Anderes als Phantasiereisen, Traumreisen oder Visualisierungen. Mit Hilfe von inneren Bildern reduziert man die innere Spannung, stabilisiert und beruhigt sich selber, reguliert seine Gefühle, entwickelt mehr Selbstfürsorge und Selbstachtsamkeit.

Seit Jahrhunderten wissen die Menschen, welche Heilkraft positive innere Bilder besitzen. Man denke hierbei an schamanische Reisen, Tempelschlaf in der Antike, Meditation und spirituelle Erfahrungen in der christlichen Mystik und im Buddhismus. So haben Imaginationsübungen in den letzten Jahren auch in der Psychotherapie eine immer größer werdende Bedeutung erhalten.

Wofür werden Imaginationsübungen angewendet

Häufig werden Imaginationsübungen in der Behandlung von (komplexen) Posttraumatischen Belastungsstörungen als auch bei der Dissoziativen Identitätsstörungen angewandt. Doch auch bei anderen Erkrankungen oder auch für gesunde Menschen sind Imagionationsübungen durchaus eine hilfreiche Unterstützung im Alltag, um einen Weg zu Entspannung und innerer Ruhe zu finden.

Die Imaginationsübungen sind hauptsächlich für traumatisierte Menschen entwickelt, um sie in der Verarbeitung der Traumata bzw. deren Exposition zu unterstützen. Zudem sind die inneren Bilder dazu gedacht, um den FlashBacks und Intrusionen bzw. den Traumata an sich etwas entgegenzusetzen, womit man sich etwas Gutes tut.

Hierzu gibt es beispielsweise die Übung „Der sichere Ort“. Stell Dir vor, Du warst bei Deiner Therapeutin und bist danach noch ganz aufgewühlt und voller Angst, weil ihr eines Deiner traumatischen Erfahrungen thematisiert habt. „Der sichere Ort“ ist in Deiner Phantasie ein Ort, an den Du Dich zurückziehen kannst und wo Du weißt, dass Du da in absoluter Sicherheit bist.

Der Ort kann ein realer Ort sein, wie eine Stadt, Dein Zimmer oder Dein Bett. Es kann jedoch auch ein Phantasieort sein, wie z.B. auf einer Wolke, in einer Baumkrone oder in einer Walnussschale. Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Wichtig allein ist, dass es ein Ort ist, an dem Du alleine bist und wo Dich niemand stören kann. Ein Ort, an welchem Du sicher bist, sodass Du Dich nach der schwierigen Stunde an diesen zurückziehen und zur Ruhe kommen kannst.

Dass Ziel ist hierbei, dass Du danach etwas stabiler in Deinen Alltag zurückkehren kannst.

Meine eigenen Erfahrungen mit Imaginationsübungen

Erstmals lernte ich Imaginationsübungen in der Tagesklinik 2011/12 kennen. Anfangs war ich fasziniert davon, dass wir da auf doch eigentlich kindliche Verhaltensweisen zurückgreifen bzw. wieder erlernen. Ich hab mir als Kind häufig manchmal andere Menschen vorgestellt, bei denen ich mich wohl fühlte und durch welche ich weniger alleine war.

Nun lernte ich also neu, mir sogenannte innere Helfer vorzustellen, welche mich in meinem Alltag mental unterstützen. Viele Übungen wurden mir vorgestellt – doch bei den meisten konnte ich mich überhaupt nicht einlassen.

Mir fiel es schwer, mit fünf anderen Menschen im Raum die Augen zu schließen und mich zu entspannen. Die Augen musste ich nicht zwangsweise schließen, ich konnte auch einen Gegenstand fokussieren oder den Himmel betrachten. Doch ich habe es zu 95% nicht geschafft mich auf die Übungen einzulassen.

Als ich es zu Hause dann versuchte, bekam ich zwar einen besseren Zugang zu den Übungen, doch häufig wurden die inneren Bilder von einer anderen Macht plötzlich zerstört. Dies erschreckte und wühlte mich auf, so dass ich mich lange Zeit nicht weiter damit konfrontierte.

Es folgte eine lange Pause von Imaginationsübungen – bis ich mich neulich wieder damit auseinander setzte.

Ich saß beim Zahnarzt im Wartezimmer und hatte mit mehreren Anflügen von Panikattacken zu kämpfen. Ich erinnerte mich an die Lichtstromübung, welche ich in einer meiner vier Tagesklinikaufenthalte kennenlernte und welche ich mochte.

Hierbei schmiegt sich ein warmes, farbiges Licht um mich wie ein Mantel. Wie ein Schutzmantel. Allein durch diese Erinnerung konnte ich mich etwas beruhigen, auch wenn es erstmal nur daran lag, dass ich mich auf etwas konzentrieren konnte, was in mir ein angenehmes Gefühl weckte.

Ein paar Tage später stand mir ein Termin bevor, auf welchen ich mich sehr freute und vor welchem ich zugleich totale Panik hatte. Daher wollte ich mir diese Lichtstromübung als Hörversion auf dem Handy speichern, damit ich es unterwegs im Bus oder in der Bahn hätte hören können.

Doch diese Übung habe ich nicht in einer für mich angenehmen Version auf youtube o.ä. gefunden. Daher habe ich sie mir spontan selbst aufgenommen. Diese habe ich inzwischen auf meiner Facebook-Seite geteilt und viel positives Feedback dafür bekommen. Darüber freue ich mich und bin dankbar. Zudem ermutigt es mich, dies als ein neues Projekt anzusehen und nach und nach einige weitere Übungen aufzunehmen. Vielleicht tun sie dem ein oder anderen von Euch ja auch gut!?

Viele Übungen gibt es bereits online, doch oft gefallen mir die Hörversionen dazu nicht. Das liegt meistens an der Stimme der sprechenden Person, welche ich häufig als zu hart und zu fordernd empfinde.  Die einzige Youtuberin, die mir da gefällt ist Mojo Di. Ihre Stimme ist weich und klingt ein wenig zauberhaft.

Imaginationsübungen – online in gesprochener Version mit Text

Die Imaginationsübungen werde ich nach und nach hier in der Liste aufstellen bzw. findest Du sie dann in den Unterkategorien. Auch mit dem dazugehörigen Text. Denn das Ziel ist, dass man spontan darauf zugreifen kann, wenn man die Übungen benötigt. Sei es nun in der Bahn, beim Zahnarzt oder in einem schwierigen Gespräch. Oft können wir da nicht unser Handy zücken und uns die Übung anhören – wenn Du sie verinnerlicht und den groben Ablauf im Kopf hast, dann kann sie durchaus spontan Dir ein Nutzen sein.

Ehe es soweit ist, brauchen wir alle Geduld und Übung – leider lässt sich sowas nicht von dreimal hören gleich können.

Für manche Menschen sind sie auch gar nichts!

Imaginationsübungen sind wie „frische Luft und Sport“ kein Allheilmittel, welches jedem Betroffenen gleichermaßen hilft. Ähneln sich auch die Symptome bei diversen Diagnosen, so ist jeder Betroffene ein individuelles Wesen, auf welches man ein Hilfsangebot nicht pauschalisieren kann und darf!

Wenn Du magst, dann versuche es aus, vielleicht tut es Dir gut, obwohl Du skeptisch warst. Vielleicht bist Du auch noch nicht soweit und kannst Dich nicht darauf einlassen. Vielleicht ist es auch ganz einfach nichts für Dich – Du wirst dafür andere Möglichkeiten und Wege haben oder finden.

Gerne lese ich hierzu von Deinen Erfahrungen in den Kommentaren 😉

Imaginationsübungen online

Diese Liste hier wird nach und nach erweitert. Zu jeder Übung, welche hier aufgelistet und verlinkt ist, findet ihr den Text und die Hörversion:

Die Lichtstromübung

 

Bildquelle: pixabay.de

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Nora,
    ich finde es immer toll, wenn Menschen mit diesen Übungen etwas anfangen können oder sie ihnen sogar helfen ihre Stabilität wieder aufzubauen. Mir fällt das sehr schwer. Während meiner Zeit mit Depressionen, bin ich schon mehrmals mit Imaginationsübungen in Kontakt gekommen. Mir fällt es unheimlich schwer mir überhaupt etwas vorzustellen. Als könnte ich keine inneren Bilder erzeugen, das verschwimmt total. Als ich Anfang des Jahres mit einer Freundin das Visualisieren von Zielen anging, war es genau das gleiche Spiel. Die Bilder kamen nicht oder waren nur schemenhaft erkennbar. Mich frustriert das sehr, so dass mir die Übungen nicht so wirklich helfen. Wobei es mit Körperwahrnehmungen (z.b. ein warmes Licht) etwas besser klappt wie mir einen Ort vorzustellen.

    Herzliche Grüße von Annie

    Antworten

    • Liebe Annie,

      sowas braucht manchmal unheimlich viel Zeit und Geduld. Bei mir funktioniert(e) auch nicht alles innerhalb von ein paar Tagen. Manches geht heute noch nicht. Doch ich glaube daran, dass es mal wird und mir gut tut. Bis dahin übe ich mich darin, mich nicht darüber frustieren zu lassen …

      Vielleicht ist es derzeit auch nicht der richtige Zeitpunkt für manche Übungen und Dich?

      Alles Liebe,
      Nora

      Antworten

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