Suizid

Suizid – ein stündliches Tabu-Thema

Alle 53 Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch durch Suizid. Pro Jahr sind dies ca. 10.000 Menschen, 600 davon sind Kinder und Jugendliche unter 25 Jahren. Dies sind weitaus mehr Todesopfer, als diejenigen, welche durch Verkehrsunfälle (ca. 4.000) und Drogen (ca. 1.500) zusammen pro Jahr sterben.

Jede Stunde stirbt in Deutschland ein Mensch durch Suizid – und dennoch wird das Thema totgeschwiegen

Wann immer ein Mensch durch Suizid stirbt oder einen Versuch dessen unternommen hat, horchen wir Menschen bestürzt auf. Wir fragen, warum er das gemacht hat, weshalb er uns das angetan hat und warum er denn nicht mehr leben wollte.

Zugleich werden harte Urteile gefällt – dass derjenige ziemlich egoistisch ist, da er überhaupt nicht an die Hinterbliebenen dachte und wie feige er doch war, einfach aufzugeben. Solche unbedachten, verletzenden Worte – zum Glück hört und spürt der Verstorbene diese nicht mehr.

Ein paar Tage später ist Ruhe eingekehrt. Das Schweigen über die Tat ist lauter als das Entsetzen. Immerhin ist Suizid nicht so ein angebrachtes Thema, was zum Kaffeekränzchen oder einem gemütlichen Abend passt. Doch wozu passt es überhaupt?

Wann und in welchem Umfeld kann und darf ich über meine Gedanken an den Tod reden, ohne verurteilt zu werden und ohne Angst haben zu müssen, gleich in eine Psychiatrie eingewiesen zu werden?

An dieser Stelle sei angemerkt, dass Gedanken an Suizid nicht immer gleichbedeutend mit einem festen Plan sind. Es ist ein wesentlicher Unterschied, ob ich gerade denke, dass ich morgen um 15Uhr durch diese oder jene Methode eigenhändig sterben werde oder ob ich wochenlang eine Lebensmüdigkeit verspüre. Im ersteren Beispiel ist natürlich ein schnelles Handeln und die Betreuung durch Fachpersonal gefragt.

Doch Lebensmüdigkeit und der Gedanke „Was wäre, wenn ich tot bin.“ sind nicht zwangsläufig mit einer akuten Suizidgefahr gleichzusetzen. Es sind Symptome einer Depression und somit für das Krankheitsbild ziemlich „normale“ Zustände. Das mag abgeklärt klingen, ist jedoch die Realität!

Alle 53 Minuten stirbt ein Mensch durch Suizid, alle fünf Minuten unternimmt jemand einen Versuch. Pro Woche sterben ca. zwei Kinder/Jugendliche unter 25 Jahren.

Selbstverständlich sind dies nur die offiziellen Zahlen der Statistik, die Dunkelziffer ist wie immer viel höher.

Das Unfassbare ist, dass diese Zahlen nur Deutschland betreffen.

Das noch Unglaublichere ist, dass in acht von zehn Fällen die Betroffenen über ihre Gedanken an den Tod sprachen oder ihnen anderweitig Ausdruck verliehen.

Wer hat ihnen zugehört? Wer hat sie reden lassen? Wer hat die stummen Blicke schreien hören?

„Ach Mensch, Du hast doch Familie, Haus, Garten – setz Dich mal raus in die Sonne, schau Dir den tollen grünen Baum an und reiß Dich mal zusammen. Andere haben nicht mal einen Swimming-Pool, so wie Du.“

Solche Ratschläge sind alles andere als eine Seltenheit. Das Wort wird einem abgeschnitten, ehe man den Satz zu Ende sprach. Und dann setzt man sich mit seinen einsamen Gedanken raus in den schicken Garten und schaut sich tatsächlich den Baum an. Er ist so schön groß und kräftig, da könnte man sich gut …

Normalerweise berichten wir nicht über Suizide …

… denn es ist ein schwerwiegendes, gesundheitspolitisches und gesellschaftliches Problem, so steht es auf der Seite von t-online. Die Süddeutsche haben entschieden „in der Regel nicht über Suizide zu berichten, außer sie [die Suizide] erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.“

Einen Grund für die Berichterstattung eines Suizides sah der Tagesspiegel darin, da die Tat in einem belebten Kaufhaus ausgeführt wurde. Der NJOY berichtet „normalerweise“ auch nicht über Suizide und begründet dies mit dem Pressekodex und der erhöhten Nachahmerquote nach solchen Berichterstattungen. Eine Ausnahme sei es für den Musiksender jedoch dann, wenn es sich um eine Person aus der Öffentlichkeit handele.

Aha. Suizid ist ein ziemlich schwieriges, anstrengendes und absolut unlustiges Thema, daher schreiben wir nicht so gerne darüber. Es sei denn, es war dermaßen spektakulär, dass wir das ganze medial nochmal richtig aufpushen könnten – erspart uns ein paar Clickbait-Überschriften. Vor allem wenn die Person aus dem Fernsehen und Internet bekannt ist, können wir das gut für uns nutzen. Aber ansonsten wollen wir nicht darüber schreiben, sondern lieber erzählen, wie im neuen Action-Thriller der Cop bestialisch ermordet wird.

Die Links zu den verschiedenen Berichterstattungen sind bewusst aus verschiedenen Jahren. Es zeigt eindrücklich, dass sich in den letzten fünf Jahren nichts verändert hat. Es wird noch zu oft eine reißerische Überschrift gewählt, um dann bis zum nächsten Suizid zu schweigen.

Und dann wird erneut bestürzt und fassungslos reagiert. Wie konnte er nur … ja hätte man nur …

Die Hauptursache für das Schweigen über Suizide ist die Sorge, das Menschen in Krisen sich in ihren Suizidgedanken bestärkt fühlen. Dies bezeichnet den Werther-Effekt, der auf dem Roman „Die Leiden des jungen Werther“ von Goethe aus dem Jahr 1774 basiert. Der Protagonist stirbt durch Suizid und nach der Veröffentlichung des Buches stieg in Deutschland die Suizidrate, zudem mit derselben Methode.

Ein paar 100 Jahre später – November 2009: Der Bundesliga-Torwart Robert Enke stirbt durch Schienensuizid, woraufhin die Zahl der Suizide temporär stieg. Die Zeit online schrieb daraufhin in goßer Überschrift „Enkes Tod löst Werther-Effekt aus“. Doch nicht der Suizid des Prominenten hat andere Suizide ausgelöst, sondern die Art und Weise, wie über den Todesfall von R. Enke berichtet wurde, so der Schlusssatz des Artikels.

Doch geändert hat dies kaum etwas. Suizid und die Gedanken daran sind nach wie vor ein Tabu-Thema. Laut einem Beitrag im Fokus hat der Presserat empfohlen, aus Sorge vor Nachahmung nicht über Suizide zu berichten.

Nur, wo kommen wir denn hin, wenn die Zeitungen darüber nicht schreiben? Ist dies tatsächlich eine Lösung, wenn heutzutage doch Informationen auch über sämtliche anderen sozialen Netzwerke verteilt werden?

So wichtig die Art und Weise der Berichterstattung über Suizide auch ist – doch Suizidprävention fängt nicht erst dort an. Egal wo man etwas über Suizid liest, hört oder sieht – es kann einen Suizid auslösen, ja. Und die ganz tiefen Ursachen liegen meist auf der gegenüberliegenden Seite der Zeit tief begraben, ja – doch zwischen diesen beiden Extremen ist doch soviel Raum.

Oftmals ein Raum von vielen Jahren, in denen ein Mensch „einfach“ nur jemandem brauchte, der seine Hand hält und zuhört. Und einen Therapeuten. Vor allem aber jemand, der ihm vom Boden mitfühlend aufhilft und Kraft schenkt.

Suizidprävention – irgendwann ist sie zu spät, doch kann sie nie früh genug begonnen werden!

Die alten Leiden des jungen Papageno

Nein, dieses Buch ist noch nicht erschienen und doch ist es ein Bestseller. Denn es gibt nicht nur „Die (neuen) Leiden des jungen Werther“ – überhaupt, es gibt nicht nur Werther!

Liebeskummer ist nicht nur bei Goethe ein Thema, sondern knapp 20 Jahre später auch bei Mozart. In seinem Stück „Die Zauberflöte“ glaubt Papageno seine Liebste verloren zu haben und fällt dadurch in eine suizidale Krise. Kurz vorm Suizid erscheinen ihm drei Knaben, welche mit ihm reden und ihn davon überzeugen, für seine Liebe zu kämpfen. Papageno gewinnt Mut und Kraft und es folgt sogar ein Happy End mit seiner Liebsten.

Laut der Zeit ist diese Szene von Mozart einer der berühmtesten Fälle von Suizidprävention in der Kulturgeschichte.

„Die öffentliche Darstellung einer bewältigten suizidalen Krise senke die Zahl der Suizide.“, fanden Forscher von der Medizinischen Universität Wien heraus und benannten ihn nach der Hauptfigur: Papageno-Effekt

Es muss über Suizid bzw. Suizidgedanken gesprochen werden – vor allem konstruktiv. Es reicht nicht, laut „Warum“ zu schreien, wenn jemand bereits gestorben ist. Es gibt so viele Menschen, welche eine schwere suizidale Krise oder gar einen Suizidversuch überlebt und zurück ins Leben gefunden haben. Solche Menschen machen anderen Betroffenen in Krisen Mut und schenken Hoffnung, vor allem Kraft. Kraft zum weiterleben und Kraft, um sich Hilfe zu suchen.

Ich erlebte es selbst mit ca. 18 Jahren, als ich im Suizidforum einen anderen Jugendlichen mit Depressionen kennen lernte und dieser mir in diversen Mails von seinem Leben erzählte. Es erfolgte ein Austausch auf Augenhöhe, ich fühlte mich verstanden und er schaffte es, mich zu ermutigen, professionelle Hilfe aufzusuchen. Jetzt, 14 Jahre später, bin ich total froh, am Leben zu sein und dem Jungen von damals sehr dankbar – denn ich finde mein Leben inzwischen dufte.

Schon öfter durfte ich auch über meinen Blog hier erfahren, dass Menschen sich aufgrund meiner dargestellten Erfahrungen ermutigt sahen, sich therapeutische Hilfe zu suchen bzw. in akuten Fällen einen Krisendienst zu suchen.

Das Menschen ihre suizidalen Krisen überwunden haben, dass sind die wahren Erfolgsgeschichten, welche mit fetten Überschriften auf der Titelseite von Zeitungen stehen müssten …

Komm, lieber Tod – Ein Serie für das Leben

Ein Protagonist solch einer Erfolgsgeschichte ist der Autor Stefan Lange. Auch er litt bzw. leidet unter Depressionen und hat vor ca. 20 Jahren mehrere Suizidversuche unternommen. Wenn man jetzt den Auslöser nur oberflächlich vom Umfeld erfahren würde, so würden viele vermutlich nur verständnislos mit dem Kopf schütteln: – Liebeskummer.

Doch Liebeskummer in seiner intensivsten Form und erst Recht Suizidversuche resultieren nicht aus oberflächlichen Gründen. Und hier ist die Serie „Komm, lieber Tod“ bzw. das dazugehörige Buch „Suicide – Drei Monate und ein Tag“ eine große Bereicherung – für andere Betroffene, für Hinterbliebene, für Angehörige und auch für Fachpersonal.

Denn Stefan Lange berichtet in der Biografie-Serie direkt, offen und teilweise ziemlich nüchtern über sein Leben, seine Gedanken, seine Gefühle und vor allem über seinen Ausweg.

Wir als Zuschauer tauchen ab der ersten Folge in Stefan Langes Leben ein – wir erfahren von seiner schwierigen Kindheit, der emotionalen Vernachlässigung durch die Eltern und die permanente Todessehnsucht seit der Kindheit.

Offen erzählt er, weshalb er Drogen nahm, weshalb Schmerzgefühle für ihn leichter annehmbar waren als z.B. Liebe, was die kurze Beziehung zu einer Frau mit ihm machte und vor allem, was die Trennung ihrer in ihm auslöste. Sehr detailliert berichtet er von seinen Suizidversuchen und den Methoden (Spoiler: Tabletten).

Vor allem erzählt er aber, wie er es aus der suizidalen Krise heraus schaffte und wie er neuen Lebensmut schöpfte.

Alle komplexen Zusammenhänge bringt er mit seiner ruhigen, warmen Stimme auf den Punkt. Damit verdeutlicht er eindrücklich, dass Suizid bzw. -versuche oftmals die Summe verschiedener Lebensereignisse und Erfahrungen ist.

In vielen dieser Erfahrungen finden sich andere Betroffene wieder und können Parallelen zu sich ziehen. Das ist für viele eine sehr große Bereicherung – denn dadurch sind sie vor allem in ihrem Gefühl erst einmal nicht alleine. Es gibt ein Gegenüber, welches ähnlich fühlt, denkt oder ähnliches erlebt hat.

Das „Komm, lieber Tod“ eine sehr wertvolle Serie für Angehörige und Betroffene sein kann, zeigen neben den vielen Likes auf Youtube auch die dortigen Kommentare. Einige davon hat Stefan Lange in einem Dokument zusammengefasst und auf seiner Seite hochgeladen. Der eindrücklichste und wichtigste ist der unter der Folge 30 „Endlich frei„:

#Calciumchlorid – „Danke für diese Serie! Sie hat mich davor bewahrt, mich dem Tod willentlich hinzugeben, weil ich mich selbst hier erkannt habe.“

.Ja, ich schrieb „kann“ – denn natürlich kann weder ich, noch Stefan Lange noch der Produzent der Serie, Paul Lücke von ZQNCE (gesprochen Sequence), dafür garantieren, dass es nicht doch jemand auf genau dieselbe Art und Weise wie Stefan versuchen wird. Niemand weiß, wer nach dem Sehen der Serie sich dieselben Tabletten besorgt hat.

„Wir wollten bewusst den Weg zeigen, auch das „Überleben“ – das Aufwachen nach der Rohypnol-Dusche, die Armseligkeit und Absurdität dieser Situation. Denn es ist auch ein Vorurteil, Medikamente seien eine ‚weiche Methode‘.“, so Stefan Lange.

Das Intro zu der Serie ist etwas gewöhnungsbedürftig und auch ich hatte damit etwas zu tun. Es ist mit einer großen Portion Sarkasmus versehen – etwas, was man Menschen in Krisen nicht unbedingt entgegnen sollte. Doch zugleich ist es „einfach“ direkt und ungeschminkt ehrlich.

„‚Komm lieber Tod‘ spiegelt einfach die dauernd, schwelende Todessehnsucht wieder, die Versuche, sich das Leben zu nehmen.“ antwortete mir Stefan Lange auf meine Anmerkung hin. Und genau diese Aussage bringt das Intro in knapp 10 Sekunden eindeutig auf den Punkt.

Es ist in dem Sinne nicht sarkastisch, sondern die pure Wahrheit.

Die Wahrheit in dem Video zeigt jedoch auch, wie „einfach“ erste Hilfe sein kann. Denn genaugenommen war da „nur“ jemand, der „einfach“ mal zuhörte und Mitgefühl aufbrachte – ohne Wertung, ohne Ratschläge, ohne Verurteilung.

Solange wir schweigen, fördern wir Suizide – hört zu!

In vielen Fällen müsste es heißen: „Solange ich zum schweigen getrieben werde, fördert man den Suizid bzw. die Gedanken daran.“

Denn Suizidprävention fängt nicht bei suizidalen Gedanken an, sondern bei der Erkrankung an sich. Dies sind meistens Depressionen. Doch diese sind auch noch ein stigmatisiertes Tabu-Thema in unserer Gesellschaft.

Es ist überhaupt nicht schlimm oder verwerflich, wenn Außenstehende mich in einer depressiven Krise nicht verstehen. Das können sie nicht und das ist völlig okay. Schlimm ist es, wenn Abwertung und kränkende Aussagen hinzukommen, die mich dazu nötigen, meine Gefühle zu rechtfertigen. Und selbst darauf folgen Diskussionen, in denen ich spüre, dass mein Gegenüber mir gar nicht zuhören möchte … wodurch ich anfange, die Tür zu meinem Inneren immer mehr zu verschließen.

Also schweige ich.

Ich habe mir angewöhnt, nicht zu sagen, wie ich mich fühle oder aber ich lüge und gebe vor, dass alles super ist. Ich spiele den anderen eine halbwegs glückliche Person vor, habe von morgens bis abends eine Maske auf, die mein tiefstes, schwarzes Inneres verdeckt. Es kommt zum Spagat zwischen dem was ich fühle und dem, was ich nach außen hin vorgebe zu fühlen.

Und so baut sich langsam aber stetig ein immenser Druck in mir auf, verursacht durch Gefühle und Gedanken, über die ich mit kaum jemandem reden kann.

Irgendwann wird das alles zu viel. Der Spagat klappt nicht mehr. Er ist nicht mehr aushaltbar.

Suizidgedanken – welcome back …

Und beim nächsten Suizid in den Medien fragen sich wieder alle Menschen „Warum?“

Es fehlen Menschen, die jetzt fragen, warum man man sich schlecht fühlt. Die jetzt fragen, warum man so still in sich gekehrt sind. Die jetzt fragen, was man braucht um weiterleben zu können – und keine Menschen, die erst dann laut aufschreien, wenn der jeweils andere nicht mehr antworten kann.

Was fehlt, dass sind die unmittelbaren Menschen, die ohne Bewertung einfach nur zuhören, akzeptieren und Verständnis zeigen – genau da fängt Suizidprävention an!

Solange das jedoch nicht verstanden wird, stirbt weiterhin alle 53 Minuten ein Mensch in Deutschland. Durch einen Suizid, der wahrscheinlich hätte verhindert werden können.

P.S.: Ihr lieben Menschen, die ihr auch so ein zerreißendes Heimweh spürt:

– ich wünsche Euch Kraft und Mut, Euren Weg in der Welt weiter zu gehen. Vor allem wünsche ich Euch Hoffnung, dass ihr das Leben auf Erden wiederfindet. Ich wünsche Euch, dass ihr Euch anderen Menschen anvertrauen könnt und Unterstützung erfahrt.

Eine Übersicht zu Krisenanlaufstellen nach PLZ sortiert findet ihr hier: Krisenanlaufstellen

Ich weiß, dass man dies in den dunkelsten Stunden nicht glauben kann und oft auch nicht hören möchte … ich weiß aus eigener Erfahrung, wie dunkel, schwer, leer und kalt Gefühle sein können … Inzwischen weiß ich jedoch auch, dass ich froh darüber bin, dass mein Versuch damals nicht funktioniert hat und dass ich den Weg zu mir und meinem Leben wieder gefunden habe.

Ich wünsche mir so sehr, dass dies Euch etwas Kraft und Hoffnung gibt. – Ich wünsche Euch von Herzen, dass auch ihr den Weg zu Euch und Eurem Leben wiederfindet!

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade „Chancen, Wege und Methoden gegen Suizidgedanken“, welche anlässlich zum Welttag der Suizidprävention am 10.09.2017 von der Telefonseelsorge ins Leben gerufen wurde.

Bildquelle: Fotolia

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. das Schweigen ist wirklich schwer auszuhalten. Manchmal explodiere ich und lege alles in „Schuut und „Asche“. Wende mich dadurch noch mehr ab von allen Menschen.
    Schön wäre, ich hätte Krebs. Was für eine heroische Krankheit. Alle lieben dich. Begleiten dich voller Mitgefühl. Niemand gibt dir eine Schuld. Ärzte geben das teuerste und beste. Das Ende ist auch ohne Selbstmord nahe. Krebs ist schöner als Depression.

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  2. Ja, und auch Uwe Hauck (twitter: @bicyclist #ausderklapse) mit seinem Buch „Depressionen abzugeben“ …

    Ich selbst hab es mehrmals versucht. Der „dümmste“ Versuch war es wohl, mich im November auf eine Schiene zu legen, von deren Nachtfahrverbot ich nach genügend Alkohol nichts mehr wußte, weshalb ich nach über zwei Stunden wieder heimschwankte, weil mir kalt am Arsch war …

    Und heute? Ich denke noch oft daran, darüber nach — aber von einer Ausführung bin ich weit weg. Und wenn ich von jemandem und ihren dementsprechenden Vorhaben erfahre, dann nehme ich das ernst und versuche alles mir mögliche, um beim Angehen dagegen zu unterstützen.

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  3. Danke für diesen Beitrag. Klasse finde ich, dass du darauf hinweist, dass die öffentliche Beschäftigung mit diesem extremem Empfinden sehr wohl Wirkung und zwar nicht nur in Richtung Werther, sondern durchaus wie bei Papageno zeigen kann! Sehr gut!

    Ganz im Sinne Markus Bock’s „Reden wir“.

    Hinzufügen möchte ich noch, dass es oft ein weiter Weg ist bis zur eigentlichen suizidalen Handlung. Es gibt unzählige Momente, wo es durchschimmert, die Absicht, die Verzweiflung, das Gehenwollen.

    Auch weiß ich sehr wohl, dass selbst klarste konkrete Visionen der Selbsttötung nicht das Gleiche sind wie die Handlung. Es mag alles so aussehen, als ob diese bevor steht, doch es liegen oft massive innere Schranken noch davor.

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