Weihnachten

Weihnachten lebt von kleinen Momenten

Heute ist es also soweit – in ein paar Stunden fahre ich zu meinen Eltern, bei denen ich mich nicht geborgen fühle, um mit ihnen das Fest der Liebe zu feiern …  oh du fröhliche …

Doch, egal wie sehr ich mich darüber auch ärgere, dass es in meiner Familie so ist, wie es halt ist – hier jetzt rum zumeckern macht es auch nicht besser! Im Gegenteil, ich würde mich da nur reinsteigern und wäre dann vermutlich noch ärgerlicher und genervter. Das möchte ich nicht, schließlich ist heute der heilige Abend!

Und ist meine Familie auch kaputt und zumindest ein Teil von Weihnachten mit viel emotionalem Stress vergiftet, so ist es im Herzen dennoch ein Fest, was ich vom Grundsatz her schön finde.

Es ist das Geburtstagsfest der Liebe, des Friedens und der Freude! Alles Dinge, die sich doch jeder Mensch für sich und seine Lieben wünscht! – So auch ich!

Neben tausend Sachen, die ich an Weihnachten nicht mag, mag ich es, so wie gestern den ganzen Nachmittag Geschenke einzupacken. Ich mag im Dunkeln durch die Straßen gehen und die schönen Schwippbögen in den Fenstern leuchten sehen. Ich mag die Instrumentalversion von Carol of the Bells und ich mag, Menschen eine Freude bereiten, die ich wirklich gerne habe.

So mag ich die Tage mit meinem Freund zusammen zu sein und ich freue mich darauf, mit ihm und seiner Familie ab morgen Nachmittag die Feiertage zu verbringen.

Anderen mit einer kleinen Aufmerksamkeit eine Freude zu bereiten, betrifft auch meine Nachbarn.

Es ist ein nettes älteres Ehepaar, die im Erdgeschoss unseres Hauses wohnen. Die Frau treffe ich oft im Innenhof bei einer Zigarette und so lernten wir uns in den letzten paar Jahren etwas kennen und führten häufig intensive Gespräche.

Gestern Abend habe ich ihnen als kleinen, weihnachtlichen Gruß selbstgemachte Pralinen vorbei gebracht. Ihre Augen strahlten und sie haben sich mehrmals bedankt. Einen Moment haben wir uns noch unterhalten, ehe wir uns einander schöne Feiertage und alles Gute wünschten.

Ich ging zurück in meine Wohnung und freute mich! Ich freute mich darüber, dass ich den beiden eine kleine Freude bereiten konnte.

Durch diesen Moment funkte ein kleiner Weihnachtszauber in mir und vielleicht auch in ihnen.

Warme, ehrliche Worte wurden ausgetauscht! – Und das ist Weihnachten für mich!

Innehalten und auf mein innerstes hören, aufmerksam meinen Mitmenschen gegenüber sein, anderen eine ehrliche Freude bereiten, ohne Zwang, ohne Druck und dann mich selbst am meisten über das Strahlen der anderen freuen!

Es sind die kleinen Momente, wie so oft im Leben, die die Herzen erwärmen und höher schlagen lassen. Es braucht keine riesigen, teuren Geschenke, die man austauscht, nur, weil es schon immer so gemacht wurde.

Ein ehrliches Wort, eine herzliche Umarmung und wenn ein Geschenk, dann eines, welches man mit Liebe ausgesucht hat, um dem anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und diesen Moment im Herzen zu bewahren.

Das sind vermeintliche Kleinigkeiten und werden zu oft von uns abgetan und kaum wahrgenommen.

Doch es sind genau solche kleinen Momente, die die leere Stelle in unseren Herzen wieder füllt. 

Ich muss dazu sagen, dass ich derzeit nicht in einer krassen, tiefen depressiven Phase stecke – somit kann ich solche Momente wahrnehmen. Und wenn mich dann nach den Feiertagen doch noch der Weihnachtsblues erreichen sollte, dann hoffe ich jetzt „einfach“, dass die Erfahrung mit meinen Nachbarn und die Zeit mit meinem Freund und seiner Familie ein kleines Netz ist, was mich ein bisschen auffängt und mich daran erinnert, dass es auch liebe Menschen um mich herum gibt, die es gut mit mir meinen.

So wünsche ich auch Dir, dass Du für Dich wenigsten einen kleinen Herzensmoment an diesen schwierigen Tagen erlebst, der Dich wärmt und Dir ein Strahlen in Dein Herz zaubert!

Bildquelle: pixabay

Kommentare (6) Schreibe einen Kommentar

  1. Ich wünsche dir schöne Weihnachten! Kraft und Geduld für das Fest mit deiner Familie.
    Und finde, es ist eine schöne Geste, dass du deinen Nachbarn etwas geschenkt hast 🙂
    Ich hatte mir solche Gedanken gemacht gehabt, aber redete mir dann ein, es wäre komisch und überflüssig. Gleichzeitig hätte ich mich selbst über solche Weihnachtsgrüße gefreut.
    Die Leute scheinen lieber gar nichts tun zu wollen, bevor sie etwas Falsches tun könnten.
    Du wolltest deinen Nachbarn eine Freude machen und hast ihnen etwas geschenkt . Egal, was sie davon halten, ist es eine nette Geste und ich finde, du hast das Richtige gemacht 🙂

    Liebe Grüße

    Antworten

    • Liebe Alice,

      vielen Dank für Deine Zeilen 😉

      Ja, warum redet man sich ein, dass es komisch und überflüssig sei? Irgendwie hast Du recht, man lässt so vieles bleiben, obwohl man es vielleicht gerne täte, „nur“ weil man Angst hat, was falsches zu machen – doch was kann eigentlich passieren? Dass man sich blamiert? Oder dass sich der Beschenkte unwohl fühlt, weil er nun nichts für Dich hätte? Da ist schon wieder so ein Zwang dahinter …

      Vielleicht hast Du ja nächstes Jahr Weihnachten jemandem im Auge für ne kleine Freude und dafür auch den Mut … oder aber einfach zwischendurch – warum nur zu Weihnachten? Obwohl, einfach so zwischendurch n Blümchen (oder …) ist wahrscheinlich noch schwieriger, oder!?

      Wie hast Du Weihnachten verbracht?

      Antworten

      • Ja, da hast du in beiderlei Hinsicht Recht. Warum nur zu Weihnachten anderen Menschen eine Freude bereiten? Und gleichzeitig fällt die Geste noch schwerer, wenn es keinen gesellschaftlichen Anlass dazu gibt. Denn es könnte ja noch unangebrachter wirken. Wie ist das denn bei dir?

        Weihnachten war bei mir ziemlich gemischt. Teilweise sehr schön, teilweise auch sehr traurig. Ich glaube, für meinen Gefühlszustand ist es ganz gut, dass die Weihnachtstage jetzt vorbei sind.

        Schade, dass es bei deinen Eltern nicht schön war. Aber kam für dich anscheinend leider nicht überraschend.
        Rückblickend gesehen, wäre es schlimmer gewesen, abzusagen statt hinzugehen? Falls du antworten magst. Könnte auch verstehen, wenn du darauf jetzt nicht unbedingt eingehen möchtest.

        Schön, dass du die Zeit bei der Familie deines Freundes genießen konntest 🙂

        Liebe Grüße,

        Alice

        Antworten

        • Hi Alice,

          wie meinst Du die Frage, wie das bei mir ist? Jemandem außer der Reihe von irgendwelchen Festtagen/Anlässen etwas zu schenken? Mache ich irgendwie zu selten :/ Also, eigentlich gar nicht! – Was total schade ist! Aber vielleicht ist das ein Vorsatz für 2016 … ach Quatsch, was heißt vielleicht: JA, dass ist ein Vorsatz! Du wirst es zumindest auf FB sehen können 😉

          Wie hast Du Weihnachten verbracht – was war traurig und was war schön? Mich würde das offen gesagt interessieren, gerne auch per Mail, wenn Du magst!?

          Nein, überraschend war das mit meinen Eltern nicht … und ja, hätte ich abgesagt, wäre es schlimmer gewesen – nicht primär für mich. Doch die Konsequenzen, was danach an Stress dagewesen wäre, wäre schlimmer gewesen … dass zu erklären, ist hier jetzt aber auch nicht so einfach :/

          Wie verbringst Du Silvester? – Ich hoffe, angenehmer und schöner als Weihnachten!

          Ich werde mit meinem Freund und seiner Familie ein paar Tage wegfahren, worauf ich mich freue!

          Ich freue mich auch, bald wieder von Dir zu lesen!!! Bis dahin alles Gute und viel Kraft,

          Deine Nora

          Antworten

  2. Liebe Nora,
    ich hoffe das Zusammentreffen mit deinen Eltern verlief doch nicht so schlimm, wie du es vorher befürchtet hast. Genieß die nächsten Tage und halte die schönen Momente für schlechte Zeiten fest. Bei mir ist Weihnachten seit Jahren ein Fest für mich alleine mit allen Dingen, die mir gut tun. Dieses Jahr wurde viel gemalt. Außerdem mein jährlicher Blockbuster 🙂
    Annie

    Antworten

    • Liebe Annie,

      es war nicht schön bei meinen Eltern bzw. sehr anstrengend … und obwohl es ist jetzt auch nichts mehr neues ist, ist es dennoch immer wieder schlimm und verletzend, aber naja … ich war mit meinem Freund den zweiten Teil bei seiner Familie, wo es sehr schön war!

      Was ist denn Dein jährlicher Blockbuster??? Aber nicht „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“, oder??? *grins

      Antworten

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