Weihnachten

Weihnachten lebt von kleinen Momenten

Es ist jedes Jahr das gleiche – die einen verschicken bunt glitzernde Weihnachtsgrüße online wie offline und freuen sich auf das Fest der Liebe, während andere schon im Herbst genervt sind und überhaupt keine Lust auf Weihnachten haben.

„Oh Du fröhliche“ vs. „Stille Nacht, einsame Nacht“

Für viele Menschen ist besonders die Weihnachtszeit eine schwierige Zeit. Immerhin ist es das Fest der Liebe und des Friedens. Leider ein Grund für viele Menschen, um auf Krawall so zu tun, als sei alles in Ordnung.

Wird nicht gerade jetzt erwartet, dass man einander vergibt und verzeiht? Sind diejenigen, zu denen wir den Kontakt abgebrochen haben, nicht gerade jetzt enttäuscht und traurig? Muss für viele gerade jetzt, nicht alles super und perfekt laufen?

Es ist für mich jetzt das zweite Weihnachten, bei welchem ich nicht so tue, als sei alles in Ordnung. Es ist das zweite Mal in Folge, dass mein Partner und ich nicht zu meinen Eltern fahren. Wir verbringen Weihnachten alleine mit seiner Familie. Und es ist das zweite Mal, dass wir beschlossen haben, uns Weihnachten nichts außer unsere Zeit einander zu schenken – etwas, was sich sehr positiv auf den Weihnachtsstress auswirkt. Offen gesagt, ich fühle viel, mich jedoch in keinem Weihnachtsstress.

Auch wenn es emotional für mich schon viele Jahre ein schwieriges Fest war bzw. ist, so ist es im Herzen dennoch ein Fest, was ich vom Grundsatz her schön finde.

Es ist das Geburtstagsfest der Liebe, des Friedens und der Freude! Alles Dinge, die sich doch jeder Mensch für sich und seine Lieben wünscht! – So auch ich!

Neben tausend Sachen, die ich an Weihnachten nicht mag, mag ich es, im Dunkeln durch die Straßen zu gehen und die schönen Schwippbögen in den Fenstern leuchten sehen. Ich liebe die Instrumentalversion von Carol of the Bells und ich bereite Menschen gerne eine Freude, welche ich wirklich mag.

So freue ich mich, mit meinem Freund und seiner Familie die Feiertage zu verbringen. Das ich mich darauf freue und mich bei diesen Menschen wohlfühle ist alles andere als selbstverständlich für mich. Es ist ein Geschenk!

Anderen mit einer kleinen Aufmerksamkeit eine Freude zu bereiten, betrifft auch meine Nachbarn.

Es ist ein nettes älteres Ehepaar, die im Erdgeschoss unseres Hauses wohnen. Die Frau traf ich oft im Innenhof bei einer Zigarette und so lernten wir uns in den letzten paar Jahren etwas kennen und führten häufig intensive Gespräche. Leider haben diese Treffen in den letzten Monaten abgenommen – ich rauche nicht mehr und sie ist aufgrund ihrer körperlichen Verfassung nicht mehr viel draußen.

Vorgestern Abend habe ich ihnen als kleinen, weihnachtlichen Gruß ein paar Pralinen vorbei gebracht. Ihre Augen strahlten und sie haben sich mehrmals bedankt. Einen Moment haben wir uns noch unterhalten, ehe wir uns einander schöne Feiertage und alles Gute wünschten.

Ich ging zurück in meine Wohnung und freute mich! Ich freute mich darüber, dass ich den beiden eine kleine Freude bereiten konnte.

Durch diesen Moment funkte ein kleiner Weihnachtszauber in mir und vielleicht auch in ihnen.

Warme, ehrliche Worte wurden ausgetauscht! – Und das ist Weihnachten für mich!

Innehalten und auf mein innerstes hören, aufmerksam meinen Mitmenschen gegenüber sein, anderen eine ehrliche Freude bereiten, ohne Zwang, ohne Druck und dann mich selbst am meisten über das Strahlen der anderen freuen!

Es sind die kleinen Momente, wie so oft im Leben, die die Herzen erwärmen und höher schlagen lassen. Es braucht keine riesigen, teuren Geschenke, die man austauscht, nur, weil es schon immer so gemacht wurde.

Ein ehrliches Wort, eine herzliche Umarmung und wenn ein Geschenk, dann eines, welches man mit Liebe ausgesucht hat, um dem anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und diesen Moment im Herzen zu bewahren.

Das sind vermeintliche Kleinigkeiten und werden zu oft von uns abgetan und kaum wahrgenommen.

Doch es sind genau solche kleinen Momente, die die leere Stelle in unseren Herzen wieder füllt.

Ich muss dazu sagen, dass ich derzeit nicht in einer krassen, tiefen depressiven Phase stecke – somit kann ich solche Momente wahrnehmen. Und wenn mich dann nach den Feiertagen doch noch der Weihnachtsblues erreichen sollte, dann hoffe ich jetzt „einfach“, dass die Erfahrung mit meinen Nachbarn und die Zeit mit meinem Freund und seiner Familie ein kleines Netz ist, was mich ein bisschen auffängt und mich daran erinnert, dass es auch liebe Menschen um mich herum gibt, die es gut mit mir meinen.

Nun werde ich noch ein paar Weihnachtsgrüße schreiben, so ganz old-school mit Füller und Briefpapier 😉 Vielleicht kannst auch Du jemandem eine Freude bereiten – und damit auch Dir?

Vor allem wünsche ich Dir, dass Du für Dich wenigsten einen kleinen Herzensmoment an diesen schwierigen Tagen erlebst, der Dich wärmt und Dir ein Strahlen in Dein Herz zaubert!

Bildquelle: pixabay

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