Psychiatrische Tagesklinik – Ein Erfahrungsbericht Teil 2/2

In meinem ersten Teil „Psychiatrische Tagesklinik – Ein Erfahrungsbericht“ bin ich auf meine Zeit vor der Tagesklinik eingegangen und habe von den Morgenrunden und der Ergotherapie berichtet. Nachfolgend erhältst Du einen Einblick in die Kunsttherapie, Imaginationsübungen und aus welchem Grund es Nachmittagsausflüge und bunte Nachmittage gibt.

Kunsttherapie – Mehr als nur Malen nach Zahlen

Die Kunsttherapie ist und war eine sehr intensive Therapie-Einheit. Non-verbal versuchte ich hier, einen Zugang zu meinen Gefühlen, meinem Unbewussten, meinem Inneren zu finden. Es ging nicht darum, dass schönste Bild zu malen, sondern darum, etwas aus seinem Inneren herauszulassen.

Mir selbst fiel das sehr schwer – wie lässt man Traurigkeit, Verzweiflung und Einsamkeit raus? Und was hab ich davon, wenn ich nun einige Farbkleckser auf das Papier bringe? Ich war nach wie vor skeptisch und sehr in meinem Denken verankert. Ich dachte, nur wenn ich über meine Probleme rede, können sie gelöst werden – aber doch nicht durch malen.

Doch unseren Gefühlen können wir selten durch unser Denken begegnen. Ich kann beispielsweise über meine Wut reden, doch rauslassen kann ich sie erst, wenn ich mal richtig auf den Tisch haue oder auf einen Box-Sack einprügele. Und so ist das in der Kunsttherapie – nicht das Denken steht im Vordergrund, sondern das Gefühle-rauslassen!

Mein Verlauf in der Kunsttherapie war im Nachhinein interessant. Anhand einer Collage, die zum Ausdruck brachte, wie ich mich als Kind gefühlt habe, konnte ich meine Gefühle zumindest erstmal auf Papier bringen. Und in diesem Bild stecken mehr Gefühle als ich es je hätte aussprechen können. Und auch wenn ich darüber (noch) nicht richtig reden kann – für manche Gefühle gibt es einfach keine Worte – so ist es dennoch ein Stück weit raus aus mir.

Die Einsamkeit als Kind, die Überforderung und Vernachlässigung durch familiäre Bezugspersonen und meine damalige Hilflosigkeit – sie sind immer noch in mir, keine Frage, doch konnte ich diese Gefühle anhand der Collage „aussprechen“. Und das ist ähnlich befreiend, wie wenn man weint und seiner Traurigkeit Ausdruck verleiht.

Und auch wenn es etwas befreiend ist, so ist es doch auch ein schmerzhafter Prozess. Auf dem Bild vor mir waren verschiedene Scherben meiner Kindheit dargestellt. Die Gefühle sind aus dem tiefsten Keller meiner Seele ans Tageslicht gerückt – es ist zwar auf Papier, dennoch bin ich damit konfrontiert und muss es aushalten – Schmerz, Trauer, Hilflosigkeit.

Es ist ähnlich, wie mit der Trauer um einen Verstorbenen. Ich kann das alles verdrängen – oder ich lasse es raus. Wenn ich die ganze Zeit weine und traurig bin, dann hilft das Weinen zwar, doch ich muss diese Trauer auch erstmal aushalten. Doch ich weiß, mit jedem Tag und jeder Träne der ich Zeit und Raum gebe, kann ich meinen Schmerz rauslassen.

Warum es soziale Aktionen wie Ausflüge in der Tagesklinik gibt

Als ich sah, dass wir einmal die Woche nachmittags einen Ausflug machen und dazu einmal die Woche nachmittags einen bunten Nachmittag haben, wo gespielt oder gebastelt wird, wurde mir ja erstmal schlecht. Darauf hatte ich überhaupt keine Lust – ich bin immerhin nicht in einer Klinik, um zu spielen, zu backen oder um in einen Park zu gehen.

Gezwungenermaßen fuhr ich also mit den anderen Patienten und dem Klinik-Team zu einem Museum, spazierte durch einen Park oder spielte Karten. Ja, es war ab und an lustig und lenkte mich auch ab, doch erst ein paar Wochen später habe ich wirklich verstanden, was diese Nachmittage eigentlich mit mir machten.

Depressive neigen gerne zum Grübeln. So auch ich. Permanent ist diese Gedankenschleife im Kopf, auf der Suche nach einer Antwort. Das ist mehr als erschöpfend, zumal das Grübeln in den seltensten Fällen ein Ergebnis hervorbringt. Doch ein „Denk doch nicht so viel nach“ ist viel leichter gesagt als getan. Es ist für uns Depressive kaum möglich, nicht über seine Probleme nachzudenken. Doch wie ein Sportler braucht auch unser Kopf ab und an eine Pause. Die muss jeder sich selbst gönnen, um Kraft zu tanken.

Und das war ein Punkt, warum es diese Ausflüge und bunten Nachmittage gab. – Sich mit etwas schönem ablenken, den Blick auf die Umgebung richten und nicht nur in der Vergangenheit graben.

Ein weiteres Symptom der Depression ist, dass man sich kaum mehr über irgendwas freuen kann. Diesen Zugang muss man neu entdecken und füttern. Und das ist bei mir passiert – ich habe gemerkt, wie gerne ich doch eigentlich Spiele mag.

Und dies ist in dem Fall auch eine Art der Selbstfürsorge: Dinge zu finden, die einem selbst Freude bereiten, ohne das ein großer Zweck dahintersteht – diese jedoch sinnvoll sind.

Sport, Phantasiereisen und Entspannungsübungen

Wenn Du depressiv bist, fehlt Dir die Kraft, Motivation und der Antrieb zu allem und jedem. Oft spürt man seinen eigenen Körper nicht sondern ist nur in seinen eigenen Gedanken und Gefühlen gefangen.

Ich mag keinen Sport und fand es somit immer immens anstrengend, wenn Yoga oder Rückenschule auf dem Programm stand. Doch im Nachhinein fand ich es gut. Der Körper war ausgepowert, manchmal war ich so sehr mit den Übungen beschäftigt, dass ich nicht über mich und mein Leben nachdachte. Und ich spürte meinen Körper – fühlte den Muskelkater, fühlte, dass zumindest mein Körper lebt.

Die Phantasiereisen und Entspannungsübungen klingen zwar schön, sind für Depressive oder Angsterkrankte jedoch oftmals alles andere als einfach. Man lernt anhand der Phantasiereisen (auch Imaginationsübungen genannt), sich an einen schönen Phantasie-Ort zu träumen, wo man sich wohl und sicher fühlt.

Gerade viele traumatisierte Menschen werden von ihren Gefühlen der Hilflosigkeit und Angst übermannt. Das erlebte ist so nah, als wäre es vor fünf Minuten geschehen und nicht vor 10 Jahren. Die Angst, Anspannung und Panik von damals ist gegenwärtig.

Mithilfe von Imaginationsübungen schafft man sich einen sicheren Ort, um sich selbst wieder runterzufahren und einzufangen. Auch, um wieder im Hier und Jetzt zu landen. Die Imaginationsübungen dienen der Stabilisierung. Wenn das Trauma z.B. in dem Einzelgespräch thematisiert wird, ist es gegenwärtig. Doch das Einzelgespräch ist nach einer Stunde vorbei, man geht zurück in seinen Alltag und hat in einer Woche erst den nächsten Gesprächstermin. Zudem braucht man ja auch davon eine Pause. Hierbei helfen die Imaginationsübungen, sich wieder wohler zu fühlen. Dies ist auch eine Art der Entspannungsübung, um sich von seinen Ängsten und der inneren Anspannung zu lösen.

Das alles ist ein langer Prozess und viele Imaginationen muss man wochenlang üben, bis sie wirken. Auch bei mir funktioniert das noch nicht so richtig, dennoch kann ich sagen, dass sie mir oftmals ein angenehmes Gefühl vermitteln, mit dem es mir etwas besser geht.

Tagesklinik adé – biste jetzt gesund?

Mir wurde von Angehörigen nach meinem Klinikaufenthalt oftmals gesagt, dass es mir doch nun besser gehen müsste. In vielen Teilen ging es mir auch besser. Nur es ist noch nicht zu Ende. So gerne ich es auch gehabt hätte, doch in 8 Wochen Klinikaufenthalt kann man sich nicht soweit ändern, dass man gesund heraus geht.

Die Zeit dient der Krisenintervention und der intensiven Bearbeitung eines Themas, z. B. eines traumatischen Erlebnisses. Doch in einer Klinik wird nur der Grundstein gelegt. Die Arbeit wird dann, wenn man stabiler ist, in einer ambulanten Therapie fortgesetzt.

Zu erklären, wie man sich fühlt, wenn man depressiv oder krankhaft ängstlich ist, ist alles andere als leicht. Ebenso schwierig ist es für Außenstehende nachzuvollziehen, was da mit dem Betroffenen eigentlich passiert. So ist es auch schwer, zu erklären, was in einer Klinik mit einem passiert.

Ich kann im Nachhinein sagen, dass nahezu jede Therapie-Einheit etwas in sich hatte, die mich ein Stück vorwärts brachte – auch wenn sich mir der Sinn oftmals erst im Nachhinein erschloss.

In einer Klinik oder auch in einer ambulanten Therapie stellt man sich seinen Gefühlen. Psychotherapie, egal welcher Art und Form, ist ein Weg zu sich selbst, ein sich-in-Frage-stellen.

Man erforscht die inneren Konflikte, durchläuft die Trauer, den Schmerz und die Verzweiflung. In einer Psychotherapie erzählt man nicht nur, was alles so schlimmes passiert ist (auch wenn es, wie gesagt wichtig ist, dass rauszulassen) – nein, man erarbeitet neue Wege, wie man selbst handeln könnte und wie man belastenden Erlebnissen umgeht.

Psychotherapie ist vor allem Arbeit an sich selbst.

Und das ist alles andere als Entspannung und Urlaub.

 

Bildquelle: pixabay

Kommentare (12) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo zusammen,
    das Thema TK ist ein sehr komplexes. Aber ich will es mal zuspitzen: Die Psychiatrie greift aus Mangel an Therapeuten, Personal und Ausstattung zu einem Mix aus den unterschiedlichsten Theorien. Gestalt- und Gesprächstherapie, tiefenpsychologische und Verhaltenstherapie, Einzel- und Gruppentherapie etc. Diesem Gemischtwarenladen steht man als PatientIn hilflos gegenüber. Was tut man? Man bastelt sich eine Erklärung für noch so unsinnige Aufgaben zurecht. Ein bisschen hat es ja geholfen. Das darf aber nicht reichen. Ihr habt einen Anspruch darauf, gesund zu werden. Wenn man kein Yoga machen möchte, kein Museum besuchen möchte, keine Lust hat zu malen, dann ist das NORMAL!!! Die finanziellen Mittel reichen nicht für eine individuelle Therapie. Aber lasst Euch nicht erzählen, dass alles, was Ihr tun sollt, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Ihr habt immer noch Euren Verstand, auch wenn Eure Seele wund ist. Vertraut auf Eure Stärke!!! Sie ist jetzt und hier bei Euch. Ein guter Therapeut kann und wird Sie Euch zeigen.
    Voller Respekt wünsche ich Euch alles Gute dieser Welt!
    Euer Rainer Smets

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    • Hallo Rainer,

      Deine Meinung kann ich leider nicht nachvollziehen. Ich selbst war mehrmals in der Tagesklinik und habe mehr als gute Erfahrungen mit dieser gemacht. Den „Gemischtwarenladen“ fand ich ziemlich gut und für mich persönlich sehr hilfreich und auf meinem Genesungsweg sehr unterstützend.

      Aber das ist meine Erfahrung, ein andere kann da durchaus andere Erfahrungen und Meinungen haben, dies ist völlig legitim. Aus diesem Grunde stören mich auch Deine pauschalisierenden Formulierungen.

      Alles Gute,
      Nora

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    • Hallo Rainer,

      in deiner Beschreibung ist mir zu viel schwarz/weiß vorhanden.

      Wenn man keine „Lust“ auf Yoga oder auf Museumsbesuche oder ähnliches hat, dann ist das natürlich einerseits das gute Recht eines jeden, aber auf der anderen Seite kann es auch allgemeine Bocklosigkeit sein oder es ist die Antriebsschwäche einer Depression. Dann wiederum ist es gut, wenn man aktiv wird.

      Eine Tagesklinik ist sicherlich nicht für jeden geeignet und „heilt“ die wenigsten (vollständig). Wenn man aber bereit ist, sich dem Konzept der TK (zumindest im groben und ganzen) anzupassen und wenn man einigermaßen kommunikativ veranlagt ist, dann kann man viel aus der TK für sich mitnehmen.

      Eine gute TK bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Wenn man in einer „guten Gruppe“ ist, dann erfährt man viel hilfreiches von anderen Mitpatienten und kann in einer Gruppe leichter aus einer Krise herauskommen als wenn man alleine wäre.
      Manchmal entstehen Freundschaften. Mit einem ehemaligen Mitpatienten meines ersten TK-Aufenthaltes von 2011 (der erste von igs. drei) bin ich heute noch befreundet.

      Viele Grüße

      Norbert

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  2. Hallo Nora,

    besser hätte ich es nicht schreiben können! Mir geht es seit Jahrzehnten so bin aber erst dieses jahr in behandlung gewesen nach meinem misslungen selbstmord versuch … Jetzt kann ich bestimmend sagen „Gott sei dank ist er nicht gelungen!“ … Irgendjemand hatte wohl auch was dagegen das ich gehe … Die ärzte und team mussten mich 4 mal zurück holen … Als ich wieder zu mir kam sagte ich nur „fuck“ ich hätte die anderen medis auch nehmen müssen … Der arzt fragte warum ich das denn nicht gemacht habe … Ich sagte wie aus der pistole geschossen „Ich dachte die 70 Tabletten Reichten!“ … Dem viel alles aus dem gesicht und irgendjemand lies was fallen … Dann wurde ich verlegt von der intensiv auf eine „Suchtstation“ … Zuanfang war ich nicht gerade kooperativ als ich mich doch öffnete stellte ich fest das die dort mich eher wie eine suchtkranke behandeln und mich absolut nicht verstehen … Also setzte ich meine maske wieder auf und die mauer wurde nicht nur höher sondern wieder dicker … Dann der nächste schock … Ihnen gehts ja schon wieder gut dann können sie wieder nachhause … Boar ne … Erst hies es 5 bis 6 wochen muss ich da bleiben und dann durfte ich gehen nach nicht mal 10 tagen … Hallo … Ne ist klar … Ich wollte schon wieder komplett in meine spirale welt eintauchen weil ärztliche hilfe gleich null … Da kam dann aber zur meiner überraschung die helfende unterstützung von meinem Mann … Also ging ich zur einer anderen klinik nach meiner entlassung und was ich da erlebte machte mir sowas von angst zuanfang weil … Da hörte man zu, hörte wirklich jemand zu und hin genau hin … … Ich war dort fast 12 wochen ambulant und kann jeder zeit wieder kommen oder anrufen wenn es nötig ist .. Diese 12 Wochen waren alles andere aber KEIN Urlaub

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    • Liebe Diahann,

      vielen Dank für Deine offenen Worte! Schön zu lesen, dass Du in der Tagesklinik gute und vor allem hilfreiche Erfahrungen machen konntest.

      Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Kraft und alles Gute!

      Liebe Grüße,
      Nora

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  3. Hallo, ich finde es sehr spannend an deinen Erfahrungen teilhaben zu dürfen. Danke. Ich selbst befinde mich momentan, denke ich, in einer Depression. Ich merkte ab dem ersten Tag das etwas nicht stimmt an meiner gefühlswelt. Bzw das es Gefühle sind welche eher unangenehm als angenehm sind und in einen Ausmaß welches ich nicht kontrollieren konnte. Doch zu Beginn versuchte ich selbst aus diesem Kreis wieder rauszukommen, zu mal ich nicht verstand was aufeinmal los war mit mir. Ich war davor kein Stück depressiv noch gab es ein einschneidendes Erlebnis in meinem Leben. Ich war also oder bin es immer noch so gelähmt von meiner gefühlswelt das ich mich kaum konzentrieren kann auf die Inhalte welche vorher mein Leben dominierten. Ich habe mich entschieden selbst bei einer tagesklinik anzurufen und habe dort in den kommenden Tagen ein Vorgespräch. Es sind 10tage Krisen tagesklinik also das man erst mal aufgefangen wird. Ich habe Natürlich so viele Fragen, wird es etwas bringen, wie wird es dort sein, auch die Frage bzgl Medikamente stellt sich mir immer wieder. Ich selbst wehre mich dagegen aber stelle mir selbst die Frage ob ich das nicht nur deshalb tue weil dieses Thema Antidepressiva in Der Gesellschaft sehr negativ behaftet sind. Ich habe selbst das Gefühl das ich nur eine anlaufshilfe benötige um aus dieser Gefühlswelt wieder hinauszukommen. Am Perspektiven und wünschen mangelt es mir nicht. Nur bin ich momentan gelähmt. Ich hoffe das mit dem. Schritt Richtung Tagesklinik der erste Baustein gelegt ist. Wenn jemand vielleicht über Antidepressiva positiv berichten kann so wäre es vielleicht möglich mir per Mail zu antworten. LG Nadine

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    • Liebe Nadine,

      zuerst einmal: Es ist sehr mutig, erkannt zu haben, dass Du unter Umständen professionelle Hilfe benötigst und dass Du Dir selbst Hilfe gesucht hast. Damit hast Du einen wichtigen und guten Schritt getan.

      In der Tagesklinik wird man Dir sagen können, was „mit Dir los ist“ und was man dagegen tun kann. Wenn Du das offen aussprichst, was Du hier geschrieben hast, dann wird Dir ein guter Arzt oder ein guter Psychologe (oder das weibliche Pendant) eine Diagnose stellen können, mit der Du etwas anfangen kannst.

      Ferndiagnosen verbieten sich. Das gleiche gilt aber auch für die mögliche Einnahme von Antidepressiva, denn es gibt so viele verschiedene Arten, dass es unmöglich zu sagen ist, ob sie Dir helfen können oder nicht. Einige Medikamente wirken stimmungsaufhellend, andere dämpfend. Was dem einen hilft, kann für den anderen eher schädlich sein.

      Es ist gut, dass Du skeptisch bist. Nicht jeder Mensch in einer psychischen Krise benötigt Medikamente. Ein guter Arzt nimmt Deine Sorgen ernst und wird Dich aufklären, ob überhaupt eine medikamentöse Unterstützung notwendig ist und falls ja, welches Medikament Dir helfen kann, aus der Krise heraus zu kommen.

      Ich wünsche Dir alles Gute .
      Viele Grüße Norbert

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      • Liebe Nadine, lieber Norbert,

        der Antwort von Dir, Norbert, kann ich nichts hinzufügen – es ist sehr gut dazu alles gesagt.

        Einzig auf die Antidepressiva möchte ich kurz eingehen: Ich selbst war sehr skeptisch und nicht alles hat mir geholfen. Doch im Nachhinein denke ich, dass es gut und richtig war, eine zeitlang Tabletten genommen zu haben. Sie haben mich etwas im Umgang mit meinen Angst- und Panikzuständen unterstützt. Seit 3 Jahren nehme ich keine AD mehr, nur noch abends etwas zum Schlafen.

        Ich wünsche Dir, Nadine, den Mut es vielleicht auszuprobieren, in der Hoffnung, dass sie Dir helfen. Vor allem wünsche ich Dir jedoch, dass Dich der Aufenthalt in der Tagesklinik unterstützt und Dich weiter bringt – bzw. weiter gebracht hat, vermutlich ist es nun schon wieder vorbei?

        Euch beiden alles Gute,
        Nora

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      • Lieber Norbert,

        vielen Dank für Deine Zeilen. Ich hatte es so verstanden, dass Nadine nicht unbedingt eine AD-Empfehlung haben wollte, sondern eine positive Erfahrung damit von anderen erfahren wollte.

        Doch ich sehe es auch so wie Du, dass eine TK eine hilfreiche Anlaufstelle ist. Zudem sind Tabletten alleine nur sehr selten eine Lösung – viel mehr wird auf Psychotherapie gebaut, da diese die Ursachen angeht und nicht nur eine symptomatische Behandlung sind.

        Dir alles Gute und liebe Grüße,
        Nora

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    • Liebe Nadine,

      ich hoffe, dass die Tagesklinik hilfreich und effektiv für Dich war. Dass Du davor Dich fragtest, ob diese Dir was bringt, kann ich nur allzusehr nachvollziehen. Ich war auch oft sehr skeptisch und doch habe ich jedesmal etwas mitnehmen können. Und ja, Antidepressiva sind noch ziemlich negativ belastet, was jedoch hauptsächlich aus Unwissenheit resultiert. Ich selbst nehme seit einigen Monaten wieder ein angstlösendes AD und es ist mir eine sehr große Unterstützung.

      Ich wünsche Dir alles Gute und vor allem ganz viel Kraft,
      liebe Grüße,
      Nora

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  4. Sehr, sehr gute Umschreibung, was da geschieht und auch gute Einschätzung des Maßes, was geschehen kann.
    „Es braucht Zeit“ ist so ungefähr der Standardsatz, den ich seit einem Jahr zu hören bekommen. „Das hat sich so lange aufgebaut, Jahre, Jahrzehnte, vielleicht ihr ganzes Leben.“

    Wie soll „das“ von heute auf morgen weg, anders oder besser sein?!

    Danke, Nora, dass du hier so öffentlich teilhaben lässt an deinem Prozess!

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    • Vielen Dank für Deine Zeilen, Klaus!

      Ja, es braucht Zeit – und wir brauchen Geduld. Etwas, was mir oft mit am schwersten fällt :/

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