Wölfe

Zwei Wölfe wohnen ach in meiner Brust

Als ich in der Tagesklinik war, gab es eine Therapie-Einheit namens „Selbstfürsorge“. Hier suchten wir positive Verstärker in unserem Leben – was tut uns gut, womit fühlen wir uns wohl und wie schafft man es, sich besser um sich selbst zu kümmern. Im Rahmen der positiven Selbstbeeinflussung erzählte uns eine Krankenpflegerin die Geschichte vom weisen Indianer:

Eines Abends erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkelsohn am Lagerfeuer von einem Kampf, der in jedem Menschen tobt.

Er sagte: „Mein Sohn, der Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen.“

Einer ist böse.

Er ist der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, der falsche Stolz und das Ego.

Der andere ist gut.

Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.

Der Enkel dachte einige Zeit über die Worte seines Großvaters nach, und fragte dann: Welcher der beiden Wölfe gewinnt?

Der alte Cherokee antwortete: „Der, den du fütterst.“

Wie oft sehe ich nur das, was ich nicht kann und lasse das, was ich schon erreicht habe, unter den Tisch fallen?

Wie oft übergebe ich den Selbstzweifeln und der Angst die Zügel anstatt meinen Wünschen zu folgen?

Wie oft werte ich mich ab, weil ich etwas nicht so gut oder so schnell kann wie andere, anstelle zu schätzen, dass ich dasselbe überhaupt geschafft habe?

Wie oft … Interessanter: Wie schaffst Du es, Dich um den guten Wolf in Dir zu kümmern?

 

Bildquelle: pixabay.com
Autor der Kurzgeschichte leider unbekannt

Kommentare (3) Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Nora,
    Deine Texte rühren mich tief. Tränen sammeln sich in den Augenwinkeln. Ich erkenne mich in deinen Texten. Danke

    Antworten

    • Liebe Mona,

      vielen Dank für Deine Zeilen. Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Tränen freien Lauf lassen kannst und so ein Stück Befreiung erfährst.

      Dir alles Liebe und ganz viel Kraft,
      Nora

      Antworten

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