„Aber so haben wir das doch schon immer gemacht.“ ist ein häufiges Totschlagargument in Diskussionen. Wie oft nimmt man – oder auch wir selbst!? – etwas als gegeben hin, nur weil man dies so lernte oder bei seinen (Groß-)Eltern oder anderen (erwachsenen) Menschen sah?
Obwohl sich der Wissensstand von einzelnen Personen als auch gesellschaftlich stetig wächst, werden noch zu oft viele Dinge nicht hinterfragt. Man macht es eben so, wie man es schon immer machte …
Auf diesem Wege nisten sich auch Glaubenssätze in uns ein. Wie oft hast Du gehört, dass Du wegen irgendwas nicht gut genug bist? Etwas nicht toll genug kannst? Vielleicht sogar wertlos bist? Gerade in kaputten Familien, unter mobbenden Mitmenschen als auch in anderweitig toxischen Beziehungen wird ua. anhand vieler Aussagen und Verhaltensweisen das Selbstwertgefühl vermittelt. Hierzu ist auch die Kurzgeschichte vom angeketteten Elefanten sehr anschaulich.
Heute möchte ich Dir eine andere Kurzgeschichte vorstellen, die ich unlängst las und so passend zur Thematik ist.
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Traditionen sind an und für sich eine tolle Sache – dürfen jedoch auch hinterfragt werden. Dies betrifft Erziehungsstile ebenso wie alltägliche Verhaltensweisen, die wir von unseren Bezugspersonen mitbekommen haben.
Als Kind nimmt man an, dass alles richtig ist, was die Eltern oder anderen Erwachsenen aus dem näheren Umfeld sagten und taten. Ob es jedoch für Dich die richtige Verhaltensweise ist, ob es gesellschaftlich richtig ist und ob auch Du danach leben magst, ist doch eine ganz andere Sache. Eine, die Du für Dich entscheiden darfst.
Über die Tradition
Das junge Paar war frisch verheiratet. Eines Tages beschloss die junge Frau, eine Lammkeule zu schmoren. Bevor sie das Ganze in den Ofen schob, schnitt sie von der Keule das untere Stück ab und legte dann die zwei Teile nebeneinander in den Schmortopf.
Ihr Mann schaute ihr über die Schulter und fragte sie: “Warum machst du das?” “Ich weiß nicht, aber meine Mutter machte das immer genau so.” war die Antwort.
Daraufhin fragte der Mann seine Schwiegermutter, warum sie das untere Stück der Keule abschnitt. “Ich weiß nicht, aber meine Mutter machte das immer genau so.” antwortete die Schwiegermutter.
Die Großmutter war noch am Leben und so ging der Mann zu ihr und fragte auch sie, warum sie den unteren Teil der Lammkeule vor dem Schmoren abschnitt.
Und die Großmutter antwortet: “Ach, das hat einen ganz einfachen Grund: Mein Schmortopf war damals so klein, dass der ganze Braten einfach nicht hineinpasste.”
Verfasser*in ist mir unbekannt.
Was denkst Du über die Kurzgeschichte oder über Traditionen im Allgemeinen? Welche (Deiner) Verhaltensweisen hast Du hinterfragt und daraufhin vielleicht geändert? Lass es mich gerne in einem Kommentar wissen!