Die goldene Acht – Methode zur Abgrenzung

Abgrenzung

Früher war ich wie so ein Schwamm, der sämtliche Gefühle von anderen quasi aufsog. Abgrenzung? War ein Fremdwort für mich. Ich glaube, es war in der Tagesklinik, wo ich die Übung der Goldenen Acht kennenlernte. Und seitdem begleitet sie mich und hin und wieder wende ich sie selbst noch an.

Die goldene Acht – eine Methode für mehr Abgrenzung


Abgrenzung ist für viele schwierig – sei es für Betroffene einer Erkrankung, für Menschen in helfenden/sozialen Berufen als auch natürlich für Angehörige.

Diese Methode finde ich prima und erinnert mich etwas an Dirty Dancing und dem jeweiligen Tanzbereich. Und so ähnlich ist es ja auch mit unserer Kommunikation und unseren Gefühlen – wir alle dürfen unseren Raum haben, zugleich auch unsere Grenzen.

Und wenn Du ähnlich wie ich nicht so der Fan von Gold bist, dann kannst Du natürlich sämtliche andere Farben nutzen. Wie bei allen Selbsthilfe-Strategien kommt es ja darauf an, dass es zu Dir passt und insofern kannst Du da natürlich Abwandlungen vor nehmen, so wie Du Dich eben damit wohl fühlst.

Die goldene Acht


Die goldene Acht ist eine Methode, um Dich vor den Energien und Gefühlen anderer zu schützen. Du kannst diese Methode immer dann anwenden, wenn Du mit einem anderen Menschen gezielt Kontakt hast oder aber auch nur, wenn ein anderer Mensch in Deiner Nähe ist.

Diese Übung soll Dir helfen, diese Methode zu üben, so dass Du sie jederzeit im Alltag anwenden kannst, wenn Du sie brauchst.

Für diese Übung solltest Du Dich hinsetzen oder hinstellen, so wie es Dir angenehmer ist.

Sitze oder stehe aufrecht und mit geraden Rücken. Der Blick ist nach vorne gerichtet, Deine Schultern hängen locker und entspannt herab. Lass Deine Arme einfach an den Seiten herab hängen oder lege sie in Deinem Schoß ab.

Schließe Deine Augen. Lass Deinen Atem tief und ruhig fließen. Atme tief in den Bauch ein und atme tief und vollständig wieder aus.

Nutze diesen ruhigen Atemrhythmus, um mehr und mehr zur Ruhe zu kommen. Nutze die Atmung, um im Hier und Jetzt anzukommen. Diese Übung ist das einzige, was jetzt wichtig ist.

Stell Dir nun vor, dass vor Dir eine andere Person sitzt oder steht und male in Deiner Vorstellung eine liegende goldene Acht auf den Boden oder in die Luft – so, wie es Dir lieber ist. Du beginnst dabei in der Mitte der Acht, die Mitte liegt zwischen Dir und der anderen Person und malst dann in einem Zug eine Schlaufe um Dich herum, durchkreuzt die Mitte und malst die andere Schlaufe der Acht um die andere Person herum.

Der Schnittpunkt dieser Acht liegt genau zwischen Euch. Jeder von Euch beiden erhält den gleichen Raum. Stell Dir nun vor, wie diese goldene Acht, die vor Dir liegt oder schwebt und um Dich herum liegt oder schwebt, immer stärker zu leuchten beginnt. Immer kräftiger wird, immer breiter, bis sie eine Größe und ein Leuchten erreicht hat, in dem Du Dich sicher fühlst.

Du sollst ein angenehmes Gefühl bekommen und Dich geschützt fühlen. Innerhalb dieser Acht bist sowohl Du als auch Dein Gegenüber sicher, geschützt und selbstbestimmt. Du kannst Dich nun mit dieser anderen Person beschäftigen, unterhalten oder einfach nur dastehen.

Doch solange Du diese goldene Acht aufrecht erhältst, nimmst Du keine fremden Gefühle von dieser Person in Dir auf. Übe ein bisschen, Dir diese goldene Acht vorzustellen und spüre den Schutz, den sie Dir gibt. Spüre, dass Du nun wie einen sicheren Schutzmantel um Dich hast.

Du bist nicht abgegrenzt von dieser Person, Du bleibst nur selbstbestimmt und in Deiner eigenen Energie bzw Gefühlswelt.

Dies kannst Du immer dann anwenden, wenn Du Schutz brauchst, Ruhe oder Selbstbestimmung. Sei es, weil Du jemand anderen hilfst, sei es, weil Dich jemand angreift oder vielleicht ist Dir auch jemand nur zu nah oder unangenehm. In jedem Fall erinnere Dich an diese goldene Acht, stell sie Dir um Dich und die andere Person herum vor. Und so wie ihr Euch bewegt, so bewegt sich auch die goldene Acht um Euch herum mit. Ganz flexibel und ganz anpassbar.

Entweder um Euch herum auf dem Boden liegend oder auch in der Luft schwebend.

Wenn Du noch mehr Schutz benötigst, dann kannst Du die beiden Kreise der Acht auch noch zusätzlich mit goldenem durchscheinendem Licht anfüllen.

Stell Dir nun einen Lichtkreis um Dich herum vor, goldenes leuchtendes Licht, in dem Du stehst, das Dich schützt und lass dann die Acht sinken, sich langsam auflösen und die Person vor Dir verschwinden.

Übe diese Methode so oft Du möchtest, bis Du Dich wohl und sicher damit fühlst und wende sie im Alltag an, wann immer Du sie brauchst und spüre, wie sie Dir hilft, Dich vor fremder Energie und fremden Gefühlen zu schützen.

Du kommst mit Deiner Aufmerksamkeit gleich zurück an den Ort, an dem Du bist. Doch bevor Du die Augen öffnest, spüre bitte erst wieder die Kraft Deiner Muskeln, indem du die Hände ein paar Mal zu Fäusten ballst, die Arme anwinkelst, als wolltest Du ein paar Gewichte im Fitness-Studio heben. Atme ein paar Mal kräftig tief ein und aus und öffne erst dann die Augen, um wieder ganz hier zu sein.

Quelle der Übung/Methode ist mir leider unbekannt. Ich lernte sie in meinem Aufenthalt in einer psychiatrischen Tagesklinik kennen.

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